Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 2. Band (1859)
Entstehung
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und mit hinreißender Beredtſamkeit wußte er von dem dortigen wunder⸗ baren Leben und Treiben zu erzählen, von den Freiwilligen, die täglich zu Tauſenden aus allen Gegenden des Landes heranſtrömten und ju⸗ belnd unter den Fenſtern des Königs vorüberzögen, von dem tapfern Major von Lützow, der mit ſeiner jungen wunderſchönen Frau nach Breslau gekommen und dort wegen Mangels an Raum mit ihr in einer elenden Schenke wohne.

Und in der ehemaligen Bierſtube dieſer elenden Schenke, ſagte er, nimmt die ſchöne Frau von Lützow die Meldung der Freiwilligen ent⸗ gegen, die ſich für die Schaar der Rache melden. Ihr Mann iſt von früh bis in die Nacht mit der Ausrüſtung ſeines Corps, mit den ſonſtigen nöthigen Anordnungen, mit tauſenderlei Dingen beſchäftigt, und ſeine ſchöne Frau iſt ſein Werbe⸗Officier. Sie iſt ſchön wie ein Engel, eine reiche Grafentochter, welche durch die Verbindung mit dem tapfern Major von Lützow, die ſie gegen den Willen ihrer Familie durchgeſetzt, ihren ahnenſtolzen Vater ſo erzürnt hat, daß er ihr gar kein Vermögen, nicht einmal eine Ausſteuer mitgegeben hat, ſondern grade das als Bedingung ſeiner Einwilligung in die Heirath gemacht hat, daß der Major von Lützow ſie ohne alle Mitgift heirathe. Aber das ſchöne Grafenkind iſt freudig aus ihrem ſtolzen Schloß hernieder⸗ geſtiegen in die enge Wohnung des preußiſchen Majors, den ſie liebte um ſeiner Tapferkeit und um der Narben willen, welche er auf ſeiner Stirn trug und die er 1806 im Kampf gegen die Franzoſen erhalten hat.

Ich kenne dieſe Dame, ſagte der zweite Reiſende, ſie iſt eine Tochter des däniſchen Grafen von Ahlefeldt, ein Wunder von Anmuth, Grazie und feiner Sitte. Dabei haßt ſie die Franzoſen eben ſo glühend wie ihr Gemahl, und grade dieſer gemeinſchaftliche Franzoſenhaß iſt es, der ſie Beide zuſammengeführt hat.

Wie denn das? fragte der Andere lebhaft. Ich bitte, er⸗ zählen Sie!

Die junge Gräfin machte vor einigen Jahren mit ihrer Erzieherin eine Reiſe in einen vielbeſuchten deutſchen Badeort, erzählte der Reiſende. Sie aßen Beide Mittags an der table d'höte des Curhauſes, an der

ein buntes Gemiſch von Menſchen aus aller Herren Ländern verſammelt Mühlbach, Napolevn. III. Bd. 22