citen vill ich und
ndem Zinmer be⸗ jierlichen, halb erſt
chen, ſagte er ſich
Nun begann er hen in künſtlichem lauter, mächtiger
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Zu den Waffen, zu den Roſſen, Auf, Ihr wackern Kampfgenoſſen, Er iſt da, der Ehrentag!
Beſſer flugs und fröhlich ſterben, Als ſo langſam hin verderben, Und verſiechen in der Schmach!*)
Beſſer flugs und fröhlich ſterben, als ſo langſam hin verderben und verſiechen in der Schmach, wiederholte eine volle, kräftige Stimme hinter ihm. Es war Leonore, welche eben, unbemerkt von ihrem Vater, eingetreten war, und der letzten Strophe ſeines Liedes zugehört hatte. Ja, das Lied hat Recht, ſagte ſie mit feurigem Ton, beſſer gleich ſterben, als langſam hinſiechen! Ich aber, mein Vater, ich ſieche ſchon ſo lange hin. Der erſte Freiwillige, den ich ſah, der hat mir einen Stich ins Herz gegeben und ſeitdem kranke ich und leide, und immer klingt's und ſingt's in mir, wie ich's einmal im Theater hörte:„welch Glück ſonder Gleichen, ein Mannsbild zu ſein!“
Und warum nennſt Du es denn ein ſo großes Glück, ein Manns⸗ bild zu ſein? fragte der Wachtmeiſter, während er ſein Haupt nieder⸗ beugte, und nur mit ſeiner Arbeit beſchäftigt ſchien.
Darum nenne ich es ein Glück, weil der Mann frei und kühn das thun darf, was ihm recht und gut deucht, rief Leonore, weil er, wenn das Vaterland ihn ruft, mit hochgehobenem Haupte und freiem Blick hintreten und antworten darf: hier bin ich! Dir gehört mein Arm! Dir gehört mein Blut! Dir, mein Vaterland! Für Dich bin ich bereit zu kämpfen und wenn es ſein muß, zu ſterben!— Siehſt Du, Vater, wenn ein Mann ſo ſpricht, ſo klingt das wie Orgelton und die Weiber falten die Hände und hören ihm andächtig zu und die Kinder fallen auf ihre Kniee und beten für ihn. Wenn aber ein Mädchen ſo ſpricht, ſo klingt das allen Menſchen wie ein Spottlied, und die Weiber würden ihre heldenmüthige Schweſter verhöhnen, und die Kinder würden mit Fingern auf ſie weiſen und hinter ihr her⸗
*) Lied aus dem Jahre 1813. Siehe: Volkswitz der Deutſchen. Zehntes Bändchen. S. 78.


