Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 2. Band (1859)
Entstehung
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Unterricht geben im Lateiniſchen, Griechiſchen, in der Mathematik und Geſchichte, ich habe gute Zeugniſſe, und um des edlen Zweckes willen werden mir ſchon Aeltern ihre Kinder anvertrauen und mich gut bezahlen.

So wär' denn für Euch Alle geſorgt, und Ihr habt Arbeit und Beſchäftigung, ſagte Leonore, und Ihr macht Euch nützlich für das Vaterland. Aber auch ich will meinen Antheil haben an Euern Opfern, auch ich will arbeiten und nützen.

Nun, Du wirſt mir eben helfen, ſagte ihre Mutter, wirſt kochen, waſchen und Hemden nähen.

Und wenn ich noch ſo fleißig bin, Mutter, ſo werde ich damit doch nur ſo viel verdienen können, als ich ſelber Euch zur Erhaltung und Ernährung koſte, ſagte Leonore kopfſchüttelnd. Nützen kann ich Euch weiter nicht, ich bin hier überflüſſig; ſo will ich denn gehen und mich nützlich machen, und auch Geld verdienen.

Wo willſt Du denn hingehen und was willſt Du thun? fragte ihre Mutter erſtaunt, während ihr Vater ſie ſchweigend, mit aufmerk⸗ ſamen, prüfenden Blicken anſchauete.

Ich will nach Berlin gehen und da eine Stelle annehmen als Verkäuferin in einem Laden, ſagte Leonore. Was ich verdiene, das ſchicke ich Euch hierher und Ihr werdet es für Euren Invaliden ver⸗ wenden. Du weißt, Mutter, mein Pathe, der Kaufmann Rudolf Werkmeiſter in Berlin, der hat mich ſchon öfter aufgefordert, zu ihm zu kommen und in ſeinem Geſchäft zu conditioniren. Ich hab's immer abgelehnt, weil ich Euch nicht gern verlaſſen wollte, ſondern dachte mein ganzes Leben an Eurer Seite und mit Eurer Pflege zuzubringen; aber Gott will es nicht, er hat anders über uns Alle beſchloſſen. Geſtern hat nun mein Herr Pathe wieder an mich geſchrieben, er for⸗ dert mich abermals auf, zu ihm zu kommen, er ſchreibt, daß ſeine Frau erkrankt ſei, und er ſich in der größten Verlegenheit befinde, weil er Niemand in ſeinem Geſchäft habe, auf den er ſich verlaſſen könnte. Er bietet mir einen jährlichen Gehalt von achtzig Thalern, wenn ich ſogleich herüberkomme nach Berlin. Nun bitte ich Euch, meine lieben Aeltern, laßt mich gehen! Laßt mich meiner Beſtimmung

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