Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 2. Band (1859)
Entstehung
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tionen beſchuldigen, nach Frankreich entführen, und Preußen ganz und gar mit Beſchlag belegen könnte. Der kleine König Jerome iſt ſeines improviſirten Königreichs Weſtphalen überdrüſſig. Es gelüſtet ihn nach einem edleren Thron, deſſen Eriſtenz ſchon durch Jahrhunderte geheiligt iſt, und nach einer Krone, die nicht erſt, wie ſeine jetzige, aus dem Nichts braucht geſchaffen zu werden. Napoleon hat ſeinem Bruder die Krone und den Thron von Preußen verſprochen, im Fall Ew. Ma⸗ jeſtät ihm die geringſte Veranlaſſung geben, ſich über Sie zu beklagen. Jerome hat daher in Berlin eine Schaar von Aufpaſſern und Spionen, die beauftragt ſind, jedes Wort, jede Bewegung, jeden Schritt Eurer Majeſtät zu überwachen. Oh glauben es mir Ew. Majeſtät nur, Sie ſind zu jeder Stunde in Gefahr, überfallen und heimlich entführt zu werden! Ich weiß es, ich habe mit Geld, Verſtellung und Liſt einige dieſer franzöſiſchen Späher treuherzig gemacht, und für mich gewonnen. Sie haben mir verrathen, daß jedesmal beim Anbruch der Nacht eine verſchloſſene Kutſche in der Gegend des königlichen Palais anfährt, und dort die ganze Nacht wartet, daß unweit derſelben ein Detaſche⸗ ment Soldaten in einzelnen verſtreuten Gruppen hinter den Bäumen, auf dem Opernplatz, und an den Ecken der Straßen, welche die Linden durchſchneiden, aufgeſtellt ſind, daß ferner jede Nacht das königliche Palais von einer Anzahl heimlicher Diener der franzöſiſchen Polizei umſtellt iſt, und daß einige von dieſen Leuten immer Mittel und Wege finden, um ſich beim Anbruch des Abends in das Palais einzuſchleichen und dort in den Winkeln, im Garten, oder auf dem Hof verborgen zu horchen, zu ſpähen und zu lauern. Wozu dies Alles, wenn es nicht geſchähe, um bei einer ſich darbietenden Gelegenheit, bei dem geringſten Schein von einem Abfall Eurer Majeſtät, ſich der geheiligten Perſon Eurer Majeſtät zu bemächtigen, ſo die Pläne des ehrgeizigen Jerome zur, Ausführung zu bringen, und aus dem Theaterkönig einen wirk⸗ lichen König zu machen?

Das Antlitz des Königs war bleich und finſter geworden, er preßte die Lippen feſt aufeinander, wie er es im Zorn zu thun pflegte. Sie erzählen mir da eins der Mährchen, mit denen die Ammen ihre Kinder zu erſchrecken pflegen, ſagte er rauh. Glaube aber nicht daran,

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