Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 2. Band (1859)
Entstehung
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ſind gerüſtet, alle Waffen liegen bereit, Aller Hände ruhen am Schwert, Aller Blicke ſind auf Ew. Majeſtät gerichtet! Oh, Majeſtät, zaudern Sie nicht länger, laſſen Sie die Nacht enden, die neue Zeit und den neuen Tag beginnen. Erklären Sie Frankreich den Krieg, ſagen Sie ſich von ihm los!

Der König ging raſch und in ſichtbarer Aufregung einige Male auf und ab, und ſo oft er an dem Bilde der Königin vorüberkam, flog ſein Blick zu demſelben empor und haftete auf ihm mit einem langen, fragenden Ausdruck. Dann blieb er vor Hardenberg ſtehen, und ihm die Hand auf die Schulter legend, ſah er ihm ernſt in das bleiche, zuckende Angeſicht. Hardenberg, ſagte er endlich halblaut, ich kann den General York nicht ſtraflos laſſen, ich darf ſeine That nicht billigen, wenn— nun ja, wenn ich es vielleicht auch wünſchte. Als Kriegsherr muß ich die Disciplin vor allen Dingen aufrecht er⸗ halten. York hat eigenmächtig gehandelt, ohne meine Befehle gehan⸗ delt, ich darf nachträglich nicht billigen, was einer meiner Generäle willkürlich gethan. Das hieße den Gehorſam von dem Gutdünken und der Willkür jedes Einzelnen meiner Commandeure abhängig machen. Der unbedingte Gehorſam, die gänzliche Unterordnung des eigenen Willens, das iſt das geheimnißvolle Band, welches die Armeen zu⸗ ſammenhält,— ich darf es nicht lockern. Wo es ſich um geheiligte und nothwendige Prinzipien handelt, da darf ich die Stimme meines Herzens nicht hören!

Aber doch die Stimme der Klugheit, Majeſtät, rief Hardenberg glühend. Die Klugheit aber ſelbſt gebietet, daß Ew. Majeſtät jetzt das Schwert erheben wider den treuloſen Feind, der niemals ſeine Verträge erfüllt, ſein Wort gehalten hat, und der auch jetzt wieder Unheil und Verderben im Schilde führt.

Was wollen Sie damit ſagen? fragte der König haſtig.

Ich will damit ſagen, daß Ew. Majeſtät täglich von der Gefahr bedroht ſind, bei dem geringſten Anlaß, welcher den franzöſiſchen Herren verdächtig erſcheint, verhaftet und heimlich fortgeführt zu werden. Ich will damit ſagen, daß man dringend wünſcht, Ew. Majeſtät möchten einen ſolchen Anlaß geben, damit man man Sie heimlicher Machina⸗