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werde. Indeß jetzt kam die Nachricht, daß Memel von den Ruſſen eingenommen und beſetzt ſei, und zugleich ließ der Fürſt Witgenſtein melden, daß er mit ſeinem Armeecorps von funfzigtauſend Mann die Ufer des Niemen beſetzt habe, bereit, die franzöſiſche Armee zu ver⸗ folgen, welche jetzt ihre Rettung in Preußen ſuchen wolle. Fürſt Witgenſtein fragte daher zu letzter Entſcheidung: ob York ſich losſagen wolle von der franzöſiſchen Armee, oder ob man ihn als einen Theil derſelben und als Feind Rußlands zu betrachten habe?
Und was antwortete York? fragte der König haſtig.
Majeſtät, York ſchwieg noch immer. Selbſt wir, ſeine Vertrauten, wußten noch nicht, was er beſchloſſen habe. Da auf einmal erſchien bei York ein Bote des Marſchalls Macdonald, dem es gelungen, ſich durchzuſchleichen. Er meldete dem General, daß die franzöſiſchen Truppen unter dem Marſchall bei Piktupöhnen ſtänden, und brachte den Befehl, daß York ſich eben dorthin verfügen ſollte, wo Macdonald ihn erwartete, und wo die franzöſiſchen und die preußiſchen Armeecorps ſich vereinigen ſollten. Jetzt gab es kein Zaudern mehr. Die Boten des ruſſiſchen Generals Diebitſch und des franzöſiſchen Marſchalls Macdonald waren da und drängten auf Entſcheidung. York mußte entweder ſogleich aufbrechen und ſich durch die Ruſſen durchſchlagen, um ſich in Piktupöhnen mit dem franzöſiſchen Marſchall zu vereinen, oder er mußte dem Marſchall den Gehorſam aufkündigen und, ſtatt nach Piktupöhnen zu marſchiren, ſich mit den Ruſſen vereinen und nach Preußen marſchiren. Aber General York zauderte noch immer. Da kam in der Dämmerung des Abends ein zweiter Bote des Generals von Diebitſch. Dieſer Bote war der Oberſtlieutenant Clauſewitz, den Diebitſch geſandt, um eine letzte beſtimmte Antwort zu fordern. York empfing ihn mißmuthig und rief ihm zürnend entgegen:„Bleibt mir vom Leibe, ich will nichts mehr mit Euch zu thun haben. Eure ver— wünſchten Koſacken haben einen Boten Macdonalds durchgelaſſen, der mir den Befehl bringt, nach Piktupöhnen zu marſchiren und mich dort mit ihm zu vereinen. Nun hat aller Zweifel ein Ende. Eure Truppen kommen nicht an, Ihr ſeid zu ſchwach; ich muß marſchiren und ver⸗
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