Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 1. Band (1859)
Entstehung
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Der Kaſtellan ſchüttelte langſam das Haupt. Es ſind keine Träu⸗ mereien, Herr Graf, ſagte er feierlich. Die weiße Frau wacht und geht um, und ſie weiß, daß heute Nacht der Feind ihres Hauſes, des Hauſes Brandenburg, hier im Schloſſe ſein Quartier nehmen will. Die weiße Frau geht um, ſage ich Ew. Excellenz, und ihr Auge iſt voll Zorn, und auf ihren Lippen zittert ein Fluch für den Feind der Hohenzollern. Es ſollt' mich gar nicht wundern, wenn ſie ihn dem Tyrannen dieſe Nacht ins Ohr ſchrie, und ihn mit ihren Donnerworten aus ſeinem Schlafe weckte.

Mein Gott, Schluter, reden Sie doch nicht ſo vermeſſen, rief der Graf ängſtlich. Wenn irgend Einer von den Leuten des Kaiſers ſolche Worte von Ihnen hörte, ſo wären Sie verloren. Der Kaiſer Napoleon iſt, wie man ſagt, ein wenig abergläubiſch; er, der ſich ſonſt vor nichts auf der Welt fürchtet, ſoll doch vor Geſpenſtern ein heimliches Grauen empfinden, und an allerlei Zeichen und Prophezeiungen glauben. Er hat auch ſchon von der weißen Frau in Baireuth gehört, und deshalb hat er ausdrücklich befohlen, man ſolle ihm nicht in dem alten, ſondern in dem neuen Schloß ſeine Wohnung bereiten, und ihm ſolche Zimmer auswählen, in denen die weiße Frau nicht umzugehen pflege.*) Ich hoffe doch, Sie haben den Befehl pünktlich vollführt, und dieſe Zimmer hier ſind ganz ſicher vor dem Spuk?

Wer hat die Macht, Geiſtern Befehle zu geben, und ihnen zu gebieten: bis hieher, und nicht weiter? fragte der Kaſtellan faſt höhnend. Wo ſie ſein will, da iſt ſie, und wo man vor ihr die Thüren verſchließt, da öffnet ſie dieſelben mit einem Hauch ihres Mundes. Durch die Mauern ſchreitet ſie hindurch, denn ſie thun ſich vor ihr auf, ſobald ſie es will, und wo man ſie am wenigſtens erwartet, da begegnet man auf einmal ihrer hohen majeſtätiſchen Geſtalt in dem weißen Gewande, das Haupt überdeckt mit dem ſchwarzen Schleier, unter dem hervor ihre großen zürnenden Augen wie zwei Dolchſpitzen flimmern.

Seid ſtill, Schluter, rief der Graf ängſtlich, ich kenne ja das Bild

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iſtoriſch. Siehe: J. v. Minutoli, Die weiße Frau. Geſchichtliche Prüfung der Sage ꝛc. S. 17.

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