Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 1. Band (1859)
Entstehung
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Handlungen

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Weil er muß, weil bis jetzt noch jeder Wunſch Napoleons beinahe ein Befehl iſt, ſelbſt für die Fürſten. Der Kaiſer Napoleon hat durch ſeinen Geſandten in Wien dem Kaiſer mündlich ſagen laſſen, er wünſche ſehnlich, den Kaiſer Franz in Dresden vor ſeinem Zuge nach Ruß⸗ land zu begrüßen und Zeuge des Wiederſehens ſeiner Gemahlin Marie Louiſe mit ihren Aeltern zu ſein. Kaiſer Franz hat ſich beeilt, dieſem Wunſch nachzukommen und wird ſchon morgen in Dresden erwartet.

Nun, an mich hat Bonaparte zum Glück einen ſolchen Wunſch nicht gelangen laſſen, und man wird von mir nicht fordern, daß ich dennoch komme.

Verzeihung, Majeſtät, unſer Geſandter in Dresden hat von dem dortigen franzöſiſchen Geſandten eine ähnliche Mittheilung erhalten. Der Kaiſer Napoleon wünſcht auch Ew. Majeſtät in Dresden begrüßen zu können. Hier iſt das Schreiben des Geſandten, wenn Ew. Majeſtät es leſen wollen!

Der König nahm das dargereichte Papier und überlas es haſtig. Dann ſeufzte er tief auf und indem er das Papier Hardenberg wieder darreichte, wandte der Blick Friedrich Wilhelms ſich wieder dem Bilde der Königin zu.

Lange ſchaute er es an, unverwandt, mit ſtarrem Blick. Allmälig ward der Ausdruck ſeines Antlitzes milder und ſein düſterer Blick ſaufter.

Mit einem leiſen Wink ſeiner Hand rief er Hardenberg an ſeine Seite und indem er dann wieder zu dem Bilde aufblickte und es mit ſanftem Kopfnicken begrüßte, ſagte er: Sie überwand auch ihr Herz und kam nach Tilſit, weil ſie es zu Preußens Wohl nothwendig und förderlich erachtete, und weil ſie den Zorn des Allgewaltigen beſchwich⸗ tigen wollte. Ich will dem Beiſpiel meiner Louiſe folgen! Ich will mein Herz überwinden und nach Dresden gehen. Sie aber, Harden⸗ berg, Sie ſollen mich begleiten!