Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

fen be⸗ in der e er die eſtanden ſank es 6 Beute en, zu en ihre

n gegen

Kampf

hm ſich

21

Bedrückung ein unvermeidliches Uebel, aber ſie ſind und bleiben doch immer ein Uebel, und leicht kann es Diejenigen verderben, für welche es wirken wollte.

Möge Gott in ſeiner Gnade geben, daß es für uns dies Mal zum Segen ausſchlage, rief Hardenberg, und daß aus den geheimen Bündniſſen und Geſellſchaften, die ſich wie eine ungeheure Lawine über ganz Europa hinrollen, endlich das Heer erſtehe, das den Völkern und Fürſten Befreiung von dem Druck des Tyrannen erkämpfe. Ich habe die freudige Ueberzeugung, daß es ſo ſein und daß endlich der Moment kommen wird, wo Preußen den Schwur einlöſen kann, den, davon bin ich überzeugt, jedes Preußenherz ſich gelobt hat, als es den Sarg der edlen und erhabenen Königin Louiſe an ſich vorüber wallen ſah. An jenem Tage, Majeſtät, als ich dieſen Sarg zum erſten Male ſah, da ſchwur ich mir ſelbſt mit einem heiligen Eide, keinen anderen Gedanken, kein anderes Wollen und Empfinden mehr zu haben, als die Befreiung Preußens von dem Joch des Tyrannen, dieſem Ziel allein meine ganze Kraft zuzuwenden, für daſſelbe zu leben, und wenn es ſein muß, zu ſterben! Gott und die Königin Louiſe haben meinen Schwur gehört, und Gott wird nicht wollen, daß ich ſterbe, bevor ich ihn erfüllt habe!

Der König ſchaute mit einem langen trüben Blick zu dem Bilde der Königin empor, dasüber ſeinem Schreibtiſch hing und das die Königin darſtellte in dem Anzug, in welchem Friedrich Wilhelm ſie zuerſt geſehen.

Gott hat doch gewollt, daß ſie ſtürbe, bevor die Stunde der Er⸗ löſung geſchlagen, ſagte er düſter vor ſich hin. Ihr Herz iſt gebrochen und ſie hat nicht einmal eine Hoffnung mit in ihr Grab genommen. Sie, plötzlich ſchwieg er und wandte den Blick nach Hardenberg hin. Will Ihnen etwas mittheilen, ſagte er kurz und ſcheu, will Ihnen geſtehen, daß ich Ihren Schwur nicht allein begreife, ſondern daß ich daſſelbe gelobt habe, als ich die Königin zum erſten Mal als Leiche in meinen Armen hielt. War anfangs ganz wie erſtarrt und betäubt von Schmerz, und es war mir, als wenn ich plötzlich in eine tiefe, furchtbare Finſterniß geſchleudert würde. Dann auf einmal zuckte es wie ein Blitz durch meinen Kopf, daß es mir ordentlich weh that