Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 4. Band (1859)
Entstehung
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meckenburgiſch das klingt, wie äre! Nun ngen, mit dem

Nun vor⸗ d ſehne mich f. Da tauchen

t. Die Thürme

a hält er an

n tauſend Mal

ſt umſchlungen

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und weinen vor Freude. Er iſt kein Herzog, ſie iſt keine Königin, er iſt ein Vater und ſie iſt ſein Kind, nichts weiter.

Und aus den Armen des Vaters ſinkt ſie in die Arme des Bru⸗ ders, ihres Lieblings Georg. Oh, Dank Ihr Lieben, Dank für dieſe Ueberraſchung! Nun habe ich noch zwei Stunden mehr des Glücks, als ich hoffte, denn ich dachte Euch ja erſt in NReuſtrelitz zu finden.

Komm jetzt, meine Tochter, komm, die Pferde ſind bereit und die alte Großmutter erwartet Dich mit Sehnſucht.

Großmama, ich komme! ruft die Königin, und ſie hüpft in den Wagen, leicht beſchwingt, froh wie ein Kind. Neben ihr ſitzen der Vater und der Bruder, und in den Wagen des Herzogs ſetzen ſich die Damen der Königin.

Vorwärts geht es, vorwärts, der Heimath zu. Die Hände in den Händen des Vaters und des Bruders, ſo fährt die Königin dahin durch lachende Fluren, durch wogende Kornfelder.

Hämmert der Todtenwurm noch? Bohrt er noch in Louiſens Herzen? Wer hat geſiegt, wer iſt mächtiger? Der Todtenwurm oder die Königin?

Die Königin hat geſiegt, die Königin iſt mächtiger, denn die Liebe iſt in ihr, die göttliche Liebe, die Alles überwindet ſelbſt den Tod.

Das Antlitz der Königin ſtrahlt vor Glück und Heiterkeit, Lächeln flattert wie Amoretten um ihre Lippen, Grüße flammen ihre Augen links und rechts hin nach den frohen Menſchen, die da am Wege ſtehen und ihr entgegen jauchzen.

Jetzt iſt das Ziel erreicht. Da liegt Neuſtrelitz, da das Schloß. Und in der Pforte ſteht die alte Großmutter, die Louiſens Kinderzeit gepflegt, die alte achtzigjährige Landgräfin.

Sie ſtreckt der Königin die Arme entgegen, ſie ruft mit zärtlichen Liebestönen nach ihrem Pflegekind, nach ihrer Loniſe.

Und Louiſe fliegt aus dem Wagen und hin in die Arme der Großmutter.

Sie halten ſich feſt umſchlungen, ſie ruhen Herz an Herzen und weinen, weinen bitterlich. Und der Herzog ſelber wiſcht die Thränen von den Wimpern, und der Erbprinz Georg ſelbſt weint.