Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 4. Band (1859)
Entstehung
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Leev Gott het alle Minſchen gihrn,

De Kinner doch am leevſten,

Drüm wenn wi man wie Kinner wirn, Denn har uns Gott am leevſten!

Oh ſchlop, mihn lewes lüttes Kind, Oh ſchlop un dröhm recht ſchön!*)

Die Königin lacht vor Vergnügen. Das iſt ein mecklenburgiſch Lied, ein plattdeutſch Lied, ruft die Königin. Wie ſüß das klingt, wie herzig und wie weich, als ob es die Sprache des Herzens wäre! Nun hat mich die Heimath gegrüßt mit ihren ſchönſten Klängen, mit dem plattdeutſchen Lied, das die Mutter ihren Kindern ſingt. Nun vor⸗ wärts, vorwärts! Ich bin auch ein mecklenburgiſch Kind und ſehne mich nach dem Vaterkuß und nach den Armen der lieben alten Großmutter!

Vorwärts rollt der Wagen, vorwärts in raſchem Lauf. Da tauchen aus der Ferne ſchon Thürme empor.

Das ſind die Thürme einer mecklenburgiſchen Stadt. Die Thürme Fürſtenbergs!

Da rollt der Wagen durch das alte, düſtere Thor, da hält er an am Schloß.

Mein Vater! Mein geliebter Vater!

Meine Tochter! Meine geliebte Louiſe! Willkommen, tauſend Mal willkommen in der Heimath!

Sie liegen einander in den Armen, ſie halten ſich feſt umſchlungen

*) Oh ſchlaf, mein liebes kleines Kind, Oh ſchlaf und träum' recht ſchön, Denn alle Engel bei Dir ſind Und Gott hat Dich geſehn.

Lieb Gott hat alle Menſchen gern,

Die Kinder doch am liebſten;

Drum wenn wir nur wie Kinder wär'n, Dann hätt' uns Gott am liebſten.

Oh ſchlaf, mein liebes kleines Kind,

Oh ſchlaf und träum' recht ſchön!

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