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Und was, oh, ſage mir, was haſt Du geſchrieben?
Ich habe ihn aufgefordert, ſchleunig und nageſäumt hierher zu kommen und, wenn er den Muth und die Frendigkeit dazu fühlt, die Staatsgeſchäfte zu übernehmen.
Aber Du weißt, Napoleon will es nicht, daß Hardenberg Dein Miniſter ſei.
Ich bin jetzt wieder Herr in meinem Lande und ich will es bleiben!
Napoleon hat befohlen, daß Hardenberg ſich nicht auf zwanzig Meilen der Reſidenz nähern darf, in welcher der König verweilt. Be⸗ denke, theurer Freund, Napoleon hat Hardenberg in den Bann gethan!
Ich hebe den Bann auf und rufe Hardenberg zu mir. Wenn er Muth hat, wird er kommen, und wenn er da iſt, werden wir uns ſchon bemühen, Napoleons Zorn zu beſchwichtigen. Hat jetzt zu viel zu thun mit ſeinen Hochzeitsfeierlichkeiten und ſeiner jungen Kaiſerin, wird nicht Zeit haben, ſich darum zu kümmern, ob der kleine König von Preußen ſich einen andern Miniſter wählt. Wollen übrigens auch klug und be⸗ ſonnen handeln und verſuchen, es in Güte von Napoleon zu erlangen, daß er den Hardenberg wieder bei mir läßt. Kann einen Miniſter nicht gebrauchen, der mir vorſchlägt, die Provinz Schleſien gutwillig hinzugeben und treue Unterthanen wie eine Waare zu verkaufen. Alten⸗ ſtein ſoll fort und Hardenberg an ſeine Stelle treten. Ich hab' ihn gerufen! Wenn er ein guter Patriot iſt, wird er kommen, und wird auch ſein Haupt beugen und an den Kaiſer Napoleon einen reumüthigen Brief ſchreiben, damit er einwilligt, daß Hardenberg bei uns bleibt.*)
*) Hardenberg folgte dem an ihn ergangenen Rufe des Königs augen⸗ blicklich und kam nach Potsdam, wo er mit dem König eine lange Unterredung hatte und ſich bereit erklärte, die Leitung der Staatsgeſchäfte zu übernehmen. Er unterwarf ſich auch der harten Pflicht, Napoleon durch Unterwürfigkeit zu verſöhnen, und ſchrieb an den Kaiſer einen demüthigen Brief, in dem er ſeine größte Hingebung für Frankreich verſicherte und verſprach, daß die Contributions⸗ gelder pünktlich gezahlt werden ſollten. Der franzöſiſche Geſandte, Herr von St. Marſan, übernahm die Beſorgung und die Befürwortung dieſes Schreibens. Napoleon nahm den Brief gut auf und löſte den Bann, der bisher auf Har⸗ denberg gelegen. Siehe: Kloſe, Hardenberg. 4 Mühlbach, Napoleon. II. Bd 47


