Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 4. Band (1859)
Entstehung
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ſterben an dem Unglück und der Schmach, die dieſer Mann, der da in Frankreich thront, über Deutſchland, über Preußen gebracht hat, ich werde ſterben, und Er wird weiter triumphiren, und ganz Europa wird ihm zu Füßen liegen, und die Siegeschöre ſeiner Armeen werden mein Grablied ſein, und mir auch im Grabe keine Ruhe laſſen! Doch ſtill, ſtill,— wir wollen ſchweigen davon! Ich habe Dich in mein Herz ſchauen laſſen. Du, Caroline, biſt die Einzige, vor der ich zu⸗ weilen den blutigen Schleier lüfte, der mein bis in den Tod verwundetes Herz umhüllt. Sage aber Niemand, was Du geſehen, meine Freundin, bewahre das Geheimniß meiner Leiden in treuer ſtandhafter Freundes⸗ bruſt, und vor allen Dingen, Caroline, verſprich mir, daß Du niemals, auch nur mit einem Wort, mit einer Andeutung über mein Leiden den König ängſtigen willſt. Helfen kann mir Niemand als Gott allein, denn meine Leiden kommen aus der Seele, und da kann kein Arzt lindern. Verſprich mir alſo, daß Du den König nicht ängſtigen willſt, indem Du ihm erzählſt, daß meine Geſundheit nicht ſo feſt iſt, als er glaubt. Ich verſpreche es, ſagte Caroline mit mühſam unterdrückten Thränen. Ich werde zu Niemand außer zu Gott von den Leiden meiner geliebten Königin ſprechen, und Niemand außer Gott werde ich um Hülfe an⸗ flehen. Und ich weiß, er wird helfen, beſſere Tage werden kommen, die Dunkelheit, welche jetzt über der Welt lagert und alle Blicke um⸗ düſtert, und alle Gedanken verwirrt, ſie wird ſchwinden müſſen vor dem ewigen unvergänglichen Licht der Wahrheit und Gerechtigkeit, und der Tag der Vergeltung wird kommen für Alle, welche gefrevelt, für Alle, welche gelitten und geduldet haben. An dieſem Tage wird auch meine geliebte Königin geneſen von allen Leiden, und von allen Schmerzen, und ihr Antlitz wird wieder ſtrahlen von Geſundheit, und ihr Auge wird wieder leuchten als der Stern der Liebe, des Glücks und des Frohſinns für uns Alle! Hoffen wir es, ſagte Louiſe mit einem matten Lächeln. Aber vor der Hand habe ich noch Schmerzen, und der Todtenwurm bohrt heute gefräßiger und wilder in meinem Herzen, als ſonſt jemals. Ich will

mich hier ein wenig auf den Divan ſtrecken, bis der König kommt,