Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 4. Band (1859)
Entstehung
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ſie. Der König hat von ihm gefordert, ihm die Mittel anzugeben, wie man die übernommenen Verpflichtungen erfüllen könne. Aber Altenſtein hat geantwortet, er wiſſe keine Mittel, und müſſe dem König vorſchlagen, ſtatt der Zahlung lieber die Provinz Schleſien an Napo⸗ leon abzutreten.*)

Abſcheulich! rief Frau von Berg empört. Mitten im Frieden will ein preußiſcher Miniſter die ſchönſte Provinz, die dem König noch geblieben, die ſelbſt die Niederlagen von Jena und Friedland, und die Tage von Tilſit nicht angetaſtet haben, will er Schleſien derſchleudern!

Und wenn wir es nicht thun, und wir werden es nicht thun, was aber dann? rief die Königin verzweiflungsvoll. Er wird uns ſeine Executionsarmee ſenden, er wird uns verjagen, in's Gefängniß werfen, er wird uns behandeln, wie er es der unglücklichen Königsfamilie von Spanien gethan. Oh, Caroline, ich habe Tag und Nacht keine Ruhe mehr. Die Angſt foltert mich, immer muß ich an Spanien denken, immer martert mich der Gedanke, daß mein Gemahl das Schickſal Carls von Spanien haben könnte. Glaube mir, ſein Leben, ſeine Freiheit iſt bedroht, und jeden Tag erneuert ſich für ihn die Gefahr, plötzlich in der Stille gefangen genommen, und als Geißel fortgeführt zu werden, bis wir den Willen des Tyrannen erfüllt und ihm Alles hingegeben haben, was noch unſer iſt, Alles, die Ehre, die Krone, und das Leben vielleicht. Wir ſind umringt von franzöſiſchen Spionen, man bewacht jedes Wort, jeden Blick, man ſucht nur nach einem Vor⸗ wand, uns zu verderben, und man wird ihn finden, wie man ihn in Spanien gefunden hat. Oh, Caroline, er wird mir meinen Gemahl entführen, er wird ihn als Gefangenen umherſchleppen, wie er es Carl von Spanien gethan, er wird Zwietracht ſäen in unſerer Familie, wie er es in Spanien gethan. Er, der Tyrann, Er, Napoleon, hat den Infanten mit ſeinem Vater entzweit, Er, mit ſeiner Fauſt von Eiſen, hat den unglücklichen Carl gezwungen, zu ſchreiben, daß ſeines Sohnes Schuld eine moraliſche Scheidewand aufgerichtet habe zwiſchen Vater und Sohn. Aber weſſen Hand es eigentlich war, die dieſe Wand

*) Pertz. II.

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