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ſo fühlten wir Alle uns doch beruhigt.„Die königliche Frau geht um ihn her,“ ſagten wir uns, und mit dieſem Troſt, und mit dankbaren Thränen gedachte dann Jeder ſeiner Königin.*)
Ja es iſt wahr, rief die Königin bewegt, wir haben in den Jahren des Unglücks viel Liebe und viel Treue erfahren, und ich danke heute aus tiefſter Seele allen Denen, welche uns ihr Herz und ihren Glauben bewahrt haben.
Sie ließ ihre großen, ſtrahlenden Augen mit einem langen innigen Blick an dem glänzenden Kreis der Verſammelten hingleiten, und wandte ſich dann wieder Iffland zu.
Und wie war's alſo an meinem Geburtstage im vorigen Jahre? fragte ſie. Erzählen Sie doch, aber recht laut, damit Jedermann Sie verſtehen kann!
Wir waren im vorigen Jahre an dieſem Tage nicht ſo glücklich und ſeelensfroh, wie heute, ſagte Iffland. Unſere Königin war nicht bei uns, und wir konnten ſie nicht wenigſtens in unſeren Blicken die Liebe und Treue leſen laſſen, die man uns verboten hatte, ihr laut durch Wort und That zu beweiſen. Es war von den franzöſiſchen Behörden überall der ſtrenge Befehl ergangen, ſich jeder Anſpielung und Erinnerung an den Geburtstag unſerer Königin zu enthalten, und keinerlei Demonſtrationen zu machen. Wir mußten uns wohl der Tyrannei fügen, aber unſere Herzen knirſchten vor Zorn, und die Liebe, die man uns verbieten wollte, zu bekennen, ergoß ſich nur in einem glühenderen Feuerſtrom des Gefühls in unſere Herzen zurück. Es bedurfte nur eines Funkens, um dieſe Gluthen zur Exploſion zu bringen, und das Schauſpiel war ſo glücklich, den Getreuen dieſen Funken zu geben. Es kam am Abend jenes zehnten März ein von mir gedichtetes kleines Familienſtück zur Aufführung. Die einfache und einfältigliche Geſchichte einer Familie, welche in Glück und Wonne die Geneſung der Mutter des Hauſes und ihrer Kinder feiert. Die Mutter hieß Louiſe und dieſer Namen hatte genügt, um das ganze Haus mit einem auserleſenen, glänzenden, geputzten Publikum zu füllen. Jedermann
*) Ifflands eigene Worte. Siehe: Königin Louiſe. Ein Denkmal. S. 427. 46*


