Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 3. Band (1859)
Entstehung
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Alle Erinnerungen au jene böſen Tage der Vergangenheit waren verwiſcht; zwei Jahre hatten genügt, um ſie vergeſſen zu machen. Jetzt, zwei Jahre nach dem Schlachttage von Jena, war Napoleon ein will⸗ kommener, hochgeehrter Gaſt in dem herzoglichen Schloß zu Weimar, und jene Tage der Trübſal ſchienen nur noch die Erinnerung an die Lorbeeren und den Ruhm Napoleons übrig gelaſſen zu haben.

Ein ungeheures Menſchengewühl war auf den Straßen von Wei⸗ mar, Reiter, Equipagen, Fußgänger drängten ſich überall im wirren Durcheinander. Das ganze Land hatte ſeine Vertreter geſandt, um die beiden Kaiſer zu begrüßen, um mit jubelnder Stimme ſie willkommen zu heißen. Fahnen flatterten von allen Häuſern, mit Teppichen und Blumenguirlanden, Büſten und Inſchriften waren alle Fenſter geziert. Aber dieſe Häuſer und dieſe Fenſter waren leer. Niemand mochte heute zu Hauſe bleiben. Alles ſtrömte zu Wagen, zu Roß oder zu Fuß hinaus, um der großen glänzenden Jagd beizuwohnen, welche der Her⸗ zog von Weimar für die beiden Kaiſer im Ettersburger Walde veran⸗ ſtaltet hatte. Mehrere Hundert Rehe und Hirſche waren in der Nacht vorher von einer Unzahl von Treibern zuſammengetrieben und umzäunt worden, dicht neben einem großen freien Raſenplatz, der die eigentliche Bühne des heutigen Feſtes ſein ſollte. Denn in der Mitte dieſes Raſenplatzes erhob ſich ein ungeheurer Jagdpavillon, deſſen Dach auf Säulen ruhte, die mit Blumen und Zweigen umhüllt waren.

In der mittelſten Abtheilung dieſes Pavillons ſollten die beiden Kaiſer der Jagd beiwohnen, in den Abtheilungen zu beiden Seiten die Könige, Herzöge und Fürſten.

Nach dieſem Pavillon waren daher Aller Augen gerichtet, zu ihm wandten ſich die Gedanken aller der Tauſende, die in ungeheurem Ge⸗ wühl die Grenze des Platzes umlagerten.

Nach dieſem Pavillon ſchauten mit ſtarren, düſteren Blicken auch dieſe beide jungen Männer, die da, in ihre Mäntel gehüllt, an einer Eiche gelehnt, dicht neben den Treibern und dem Hetzwild ſtanden.

Das Lachen und Singen der Treiber, das Halali der Jäger über⸗ tönte ihre Worte, Niemand achtete auf ſie, Niemand ſah die düſteren Blicke, die ſie auf den Pavillon richteten, Niemanden fiel es auf, daß