Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 3. Band (1859)
Entstehung
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Herz und kann, oder vielmehr muß Helden ſchaffen. Ich bin über⸗ zeugt, daß Frankreich zum guten Theil ſeine Helden den Werken Corneille's dankt. Hätte er zu meiner Zeit gelebt, würde ich ihn zum Fürſten gemacht haben.*)

Ew. Majeſtät zieren ſo eben ſein Gedächtniß mit einer Fürſten⸗ krone, ſagte Göthe lächelnd. Gewiß auch hätte Corneille dieſe verdient, denn er war ein Dichter im edelſten Styl, und zwar ein Dichter der neuen Cultur. Niemals läßt er ſeine Helden an dem einſt ſo be⸗ liebten Schickſal ſterben, ſondern allemal tragen ſie den Keim ihres Todes oder ihres Verderbens in ſich ſelber; es iſt ein naturgemäßer, oganiſcher Tod, kein künſtliches Machwerk, kein Schickſalstod, dem nicht zu entrinnen iſt.

Laſſen wir die Schickſalstragödien der Alten, rief Napoleon leb⸗ haft, ſie haben einer dunkleren Zeit angehört. Was will man jetzt mit dem Schickſal? Die Politik iſt das Schickſal, das Trauerſpiel muß auch die Lehrſchule der Staatsmänner und Politiker ſein. Das iſt das Höchſte, was der Dichter erreichen kann. Sie zum Beiſpiel, Sie ſollten den Tod Cäſars ſchreiben; Sie ſcheinen mir dazu berufen, und würden ihn erhabener, großartiger als Voltaire auffaſſen. Das könnte die ſchönſte Aufgabe Ihres Lebens werden! Man müßte der Welt zeigen, wie Cäſar ſie beglückt haben würde, wie Alles ganz anders geworden wäre, wenn man ihm Zeit gelaſſen hätte, ſeine hochſinnigen Pläne aus⸗ zuführen.**) Was meinen Sie dazu, Herr von Göthe?

Sire, ſagte Göthe mit einem feinen verbindlichen Lächeln, ich möchte lieber das Leben und den Ruhmeslauf Cäſars ſchreiben, und dazu we⸗ nigſtens würde es mir an einem begeiſternden Vorbild nicht fehlen!

Seine großen leuchtenden Augen trafen ſich mit denen des Kaiſers, und in einem langen, tiefen Blick begegneten und verſtanden ſich die beiden Heroen. Beide lächelten ſie.

Sie ſollten nach Paris kommen, rief Napoleon lebhaft. Ich fordere

*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Las Cases, Mémorial de St. Helène. Quartausgabe. S. 73.

**) Napoleos eigene Worte. Siehe: F. v. Müller, Erinnerungen ꝛc. S. 240. 36*