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Leſer die Vorſtellung von dem übermächtigen Einfluß, den die Liebe auf Werther gehabt. Warum haben Sie das gethan?
Göthe blickte den Kaiſer einen Moment faſt betroffen an; dieſer ungewohnte Tadel und die raſche entſcheidende Frage hatten ihn gleich ſehr überraſcht und den deutſchen Dichterheros für einen Augenblick in ſeiner ſtolzen Sicherheit geſtört.
Sire, ſagte er nach einer kleinen Pauſe, Ew. Majeſtät haben mir da einen Vorwurf gemacht, den mir noch Niemand bis jetzt gemacht hat, und ich geſtehe, daß er mich überraſcht. Aber ich geſtehe auch, daß er gerechtfertigt iſt und daß ich ihn verdient habe. Indeß darf es einem Dichter zu verzeihen ſein, wenn er ſich mitunter eines nicht leicht zu entdeckenden Kunſtgriffs bedient, um eine gewiſſe Wirkung hervorzubringen, die er auf einfachem, natürlichem Wege nicht glaubt hervorbringen zu können.
Napoleon nickte leiſe mit dem Haupt. Ihr Werther iſt eine Tra⸗ gödie des Herzens, wie es keine zweite giebt, ſagte er. Und nachdem ich ihn geleſen, bin ich überzeugt, daß Sie dazu berufen ſind, Tragödien zu ſchreiben, denn die Tragödie bleibt doch immer die größte Aufgabe des größten Dichters. Die hohe Tragödie war daher auch zu allen Zeiten die Schule der großen Männer. Die Pflicht der Fürſten iſt es, ſie zu pflegen, zu belohnen und zu verbreiten. Es iſt, um ſie richtig beurtheilen zu können, nicht nöthig, daß man ſelbſt Dichter ſei, ſondern es bedarf dazu nur der Kenntniß der Menſchen, der Dinge und der höheren Bildung. Die Tragödie durchglüht die Seele, erhebt das
mich mit dem Gutachten eines kunſtverſtändigen Kleidermachers verglich, der an einem angeblich ohne Naht gearbeiteten Aermel ſogleich die fein verſteckte Naht entdeckt.“(Siehe: Erinnerungen aus den Kriegsjahren, S. 226.) Zu anderen ſeiner Vertrauten und ſeiner Bewunderer äußerte ſich indeß Göthe niemals mit Beſtimmtheit über die von Napoleon ſpeciell getadelte Stelle, und auch Müller erfuhr ja nur im Allgemeinen darüber. Eckermann gab ſich vergeblich Mühe, ein Geſtändniß von dem Dichterheros zu erlangen. Nachdem er ſich eines Tages lange mit Göthe über jene berühmte Unterredung mit Napoleon unterhalten, fragte er ihn endlich: welches eigentlich die von Napoleon getadelte Stelle ſei?— Göthe erwiederte mit einem feinen Lächeln:„Rathen Sie.“— Eckermann rieth aber vergeblich und Göthe ſchwieg beharrlich.
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