Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 3. Band (1859)
Entstehung
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Napoleon fort, es iſt eine große Lebensanſchauung und derjenige Lebens⸗ überdruß darin, den alle edel begabte und hochangelegte Naturen em⸗ pfinden müſſen, wenn ſie aus der reinen Sphäre ihres Weſens heraus und in Contact mit der Welt treten. Sie haben mit hinreißender Glut und Beredtſamkeit die Leiden Ihres Helden zu ſchildern ver⸗ ſtanden, und niemals iſt wohl eine zugleich kunſtvollere und leidenſchaft⸗ lichere Analhſe der Liebe gegeben worden, als Sie es im Werther gethan haben. Nur ſind Sie ſich nicht ganz getreu geblieben und zuweilen haben Sie die Motive des gekränkten Ehrgeizes und der leidenſchaft⸗ lichen Liebe mit einander vermiſcht. Sie laſſen Ihren Helden nicht blos an der Verzweiflung ſeiner Liebe ſterben, ſondern auch an ſeinem gekränkten Ehrgeiz, und Sie ſagen es ausdrücklich, daß die Zurück⸗ ſetzung, die er in ſeinen amtlichen Verhältniſſen erfahren, für ihn eine offene Wunde war, die immer blutete, die niemals heilte, und an der er beſtändig litt, ſelbſt noch in Gegenwart der Frau, die er ſo leiden⸗ ſchaftlich liebte.*) Das iſt nicht naturgemäß und ſchwächt bei dem

*) Daß dies der Tadel war, den Napoleon überWerthers Leiden aus⸗ ſprach, iſt erſt neuerdings durch fleißige Forſchungen und Vergleichungen zu Tage gefördert, namentlich iſt es in dem kleinen geiſtvollen Werk:Entrevue de Napoléon I. et de Goethe, suivi de Notes et Commentaires par S. Sklower' bis zur Evidenz bewieſen, und wird auch durch den Kanzler Friedrich von Müller in ſeinenErinnerungen aus den Kriegsjahren von 1806 bis 1813 beſtätigt. Göthe ſelbſt beobachtete anfangs über die ganze Unter⸗ redung ein tiefes Schweigen; erſt nach zwanzig Jahren konnte er durch die dringenden Bitten des Kanzlers von Müller bewogen werden, Etwas über ſeine Unterredung mit Napoleon niederzuſchreiben. Dieſe Aufzeichnung Göthe's findet ſich im 20. Bande ſeiner nachgelaſſenen Werke und iſt noch immer ungenügend genug. Göthe ſagt darin nur ganz im Allgemeinen:Nach mehreren ſehr tref⸗ fenden Bemerkungen machte er mich auf ein Mißverhältniß in dem Buch auf merkſam und fragte raſch, warum haben Sie das gethan? Es iſt unnatürlich. Was diesMißverhältniß betraf, darüber äußerte ſich Göthe niemals genau, nur gegen den Kanzler von Müller äußerte er einmal mit Beſtimmtheit, daß dies Mißverhältniß, welches Napoleon getadelt, darin beſtanden, daß er nicht an der Liebe allein, ſondern auch am gekränkten Ehrgeiz ihn vergehen laſſen. Göthe fand aber, ſagte Herr von Müller, die weitere Begründung dieſes kai⸗ ſerlichen Tadels ſo richtig und ſcharfſinnig, daß er ihn ſpäterhin oftmals gegen

Mühlbach, Napoleon. II. Bd. 36