Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 3. Band (1859)
Entstehung
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rüſten, und es wird Oeſterreich ein zweites Auſterlitz bereiten. Sagen Sie dies in meinem Namen dem Herrn von Vincent. Ich ſelbſt werde an ſeinen Kaiſer ſchreiben und dieſen Brief dem Geſandten mitgeben. Sagen Sie das Herrn von Vincent!

Er entließ den Miniſter mit einem raſchen Kopfneigen und begab ſich in den Speiſeſaal, um zu dejeuniren.

Das Dejeuner ſtand bereit und war an einem runden Tiſch in der Mitte des Zimmers aufgetragen. Talleyrand, Berthier, Savary und Daru empfingen den eintretenden Kaiſer und begleiteten ihn zu dem Frühſtückstiſch, nicht um an dem Dejeuner Theil zu nehmen, ſon⸗ dern um, wie Napoleon das liebte, während er, ihn zu unterhalten und die Fragen zu beantworten, die der Kaiſer bald an Dieſen, bald an Jenen richtete.

Nun, Daru, fragte der Kaiſer, indem er ſich ſetzte, Sie kommen aus Berlin? Wie ſteht es mit den Contributionsgeldern?

Ach, Sire, ſehr ſchlecht, ſagte Daru achſelzuckend. Es wird wahr⸗ ſcheinlich härterer Maßregeln bedürfen, um die Widerſpenſtigen zu zwingen, und ſie

Eben öffnete ſich die Thür, der Kammerdiener Conſtant trat ein und flüſterte dem Marſchall Berthier einige Worte zu.

Dieſer näherte ſich dem Kaiſer, der eben damit beſchäftigt war, einen Hühnerflügel mit den Händen zu zerreißen und zum Munde zu führen.

Sire, ſagte Berthier, Ew. Majeſtät haben den Herrn von Göthe um dieſe Stunde zur Audienz befohlen. Er iſt im Vorzimmer und er⸗ wartet die Befehle Ew. Majeſtät!

Ah, Herr von Göthe, der große deutſche Dichter, der Verfaſſer des Werther! rief Napoleon lebhaft. Laſſen Sie ihn ſogleich eintreten!

Conſtant eilte hinaus, und eine Minute ſpäter öffnete er die Thür und annoncirte: Herr von Göthe!

Napoleon ſaß noch an ſeinem Frühſtückstiſch, ihm zur Rechten ſtand Talleyrand, zur Linken Daru, Savary und Berthier. Aller Augen wandten ſich jetzt der Thür zu, in welcher eine Männergeſtalt von im⸗ ponirender Würde und wunderbarer Hoheit erſchien. Schlank, markig

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