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Ich würde ſogleich meine Abreiſe antreten, läge ich nicht an einem heftigen dreitägigen Fieber krank. Sobald aber meine Geſundheit wie⸗ der hergeſtellt iſt, welches hoffentlich in zehn bis vierzehn Tagen der Fall ſein wird, werde ich abreiſen und zu Ew. Majeſtät eilen als Ihr ganz gehorſamer Diener Stein.“*)
Herr von Stein hielt Wort. Nach vierzehn Tagen beſtieg er, obwohl noch leidend und ſchwach, den Reiſewagen, um ſich nach Memel zu begeben und die Zügel des preußiſchen Staats wieder in ſeine machtvolle und energiſche Hand zu nehmen.
1I.
Zohannes von Müller.
Frieden! Es war Frieden! Die franzöſiſchen Behörden hatten es
dem Magiſtrat von Berlin verkündet, daß zu Tilſit der Frieden zwi⸗ ſchen dem Kaiſer der Franzoſen und dem König von Preußen zum Abſchluß gekommen. Sie hatten befohlen, daß Berlin ſich dieſes Sieges freue und denſelben auch öffentlich bethätige. 6.
In der Domkirche ſollten deutſche Sänger mit ſchallenden Jubel⸗ ſtimmen ein Tedeum ſingen zur Feier dieſes Friedens von Tilſit, und am Abend dieſes Tages ſollten die Berliner in einer allgemeinen Illu⸗ mination ihrer Häuſer ihre Freude zu erkennen geben über dieſen Frieden von Tilſit.
Die franzöſiſchen Behörden hatten es befohlen und die Berliner, obwohl tieftraurig und kummervoll über dieſen Friedensvertrag, deſſen demüthigenden und entſetzlichen Inhalt ihnen der Berliner„Telegraph“ jubelnd und freudevoll mitgetheilt, die Berliner mußten gehorchen.
Sie mußten im Dom das befohlene Tedeum ſingen, ſie mußten
*) Leben des Freiherrn von Stein. J. S. 457
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