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auf, ſich dem ſchweren Werk, welches man von ihm fordere, nicht zu entziehen, ſondern die Hoffnungen zu erfüllen, welche alle Vaterlands⸗ freunde auf ihn ſetzten, und Preußen nicht zu verlaſſen in dieſen Tagen der äußerſten Noth und Gefahr; er rieth ihm, ſeine Bedingungen in Bezug auf ſeinen Amtseintritt zu ſtellen und dieſe dem König ſelbſt zu ſchreiben.*)
Eine Pauſe trat ein, nachdem Herr von Schladen zu Ende ge⸗ leſen. Stein hatte noch immer das Haupt an die Schulter ſeiner Gemahlin gelehnt und hatte ganz ſtill und bewegungslos der Vor⸗ leſung zugehört.
Angſtvoll und zitternd ſchauten Alle zu ihm hin. Sein Antlitz war bleich, aber ruhig, und wie er jetzt langſam ſeine Augen aufſchlug, zeigte auch ſein Blick die vollkommenſte Sicherheit und Verſtandeskraft.
Herr Kammerherr von Schladen, fragte er, Sie haben alſo die weite Reiſe von Memel hierher zu keinem andern Zweck gemacht, als— um mir dieſe Briefe und den Befehl des Königs zu überbringen?
Ja, Excellenz, das iſt der einzige Zweck meiner Reiſe geweſen, ſagte Herr von Schladen. Ich bin über Kopenhagen und Hamburg
ereiſt, um den franzöſiſchen Spionen auszuweichen und meine Briefe 5 5
nicht zu gefährden.
Und wann gedenken Sie wieder abzureiſen? fragte Herr von Stein.
Excellenz, ſobald ich Ihre Antwort erhalten habe.
Ach, rief Stein mit einem ſanften Lächeln, Sie wollen mich alſo verhindern, gleich zu ſchreiben, um Sie noch einige Zeit als lieben Gaſt in meinem Hauſe zu behalten?
Nein, Excellenz, ich will Sie beſchwören, ſofort mir die Antwort
zu geben auf dieſe angſtvolle und flehende Bitte, mit welcher der König
und die Königin, mit welcher ganz Preußen, ja ganz Deutſchland ſich an Sie wendet, und Sie beſchwört, dem Vaterlande Ihren ſtarken Arm und Ihre hülfreiche Hand zu leihen.
Ach, meine Hand iſt ſo ſchwach, daß ſie nicht einmal die Feder zu führen im Stande iſt, ſeufzte Herr von Stein. Wilhelmine, meine
*) Leben des Freiherrn von Stein. I. S. 452.
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