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von Schladen erhebend. Was ſagte die Königin? Glaubt ſie denn
auch, daß ich vergeſſen und verſchmerzen und zurückkehren kann? Die Königin glaubt es, weil ſie es hofft, Excellenz.„Stein
iſt mein letzter Troſt, ſagte ſie zu mir beim Scheiden. Großen Her⸗ zens, umfaſſenden Geiſtes, weiß er vielleicht Auswege, die uns noch uf verborgen liegen.*) Sägen Sie ihm, daß, wenn er kommt, mir wieder etwas Licht aufgehen wird, ſagen Sie ihm, er ſoll eingedenk ſein des heiligen Gelübdes, das er einſt in meine Hand gethan, treu zu uns zu
halten und zu kommen, wenn Preußen ſeiner bedarf und ihn ruft. Sagen Sie ihm, daß er Preußens letzte Hoffnung iſt und daß Preußens Königin zu Gott betet, auf daß er ihrem Lande den Mann wiedergäbe, der des Rechtes Grund⸗Stein, dem Unrecht ein Eck⸗Stein, den Deut⸗ ſchen ein Edel⸗Stein iſt.“
Herr von Stein blickte ſtill vor ſich nieder, ſeine Lippen zitterten und unter ſeinen niedergeſchlagenen Wimpern quollen zwei Thränen hervor, die langſam über ſeine Wangen niederrollte
Excellenz, bat Herr von Schladen, wollen S leſen? Der Brief der Prinzeſſin Louiſe von Radziwill wird Ihnen beſſer, als meine Worte es vermögen, die jetzige Situation des Hofes 9 ſchildern, der Brief des Miniſters von Hardenberg wird Ihnen ſagen, 5 was Sie zu thun haben und wie wichtig und nothwendig es iſt, daß Sie bald kommen. In dem Brief von Hardenberg werden Sie auch ein kleines Briefchen vom General von Blücher finden, der ſeine Bitten
n. ie die Briefe nicht
mit denen Hardenbergs vereint. Ich kenne dieſe Briefe, man hat mir d genau deren Inhalt mitgetheilt, damit, wenn mir die Briefe unter⸗ er. wegs verloren gingen oder mir fortgenommen würden, ich Ihnen deren
em Inhalt dennoch mittheilen könnte. Excellenz, wollen Sie die Briefss nicht leſen?
n, Ja, ſagte Herr von Stein, froh aufathmend, ja, ich will ſie leſen. un Es ſind die erſten Tauben, die nach langer, furchtbarer Sündfluth der ⸗ Schmerzen mit einem Oelblatt des Friedens zu mir hereinflattern. Ich n will ſehen, was ſie enthalten.
N
²) Der Königin eigene Worte. Siehe: Königin Louiſe, S. 320.


