Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 3. Band (1859)
Entstehung
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Endlich, nach einer angſtvollen Pauſe, öffnete ſich dieſe Thür wieder und der Arzt erſchien auf der Schwelle.

Herr Oberkammerherr von Schladen, ſagte er laut, treten Sie hier herein, der Freiherr von Stein erwartet Sie!

H. Der Patriot.

Leiſe auf den Zehen trat der Oberkammerherr von Schladen in das Krankenzimmer, Frau von Stein ſchritt ihm voran, und zu dem Lager ihres Gemahls hineilend, betrachtete ſie ihn mit beſorgten, angſt⸗ vollen Blicken.

In der That, der Freiherr von Stein hatte ein ſehr krankes, lei⸗ dendes Ausſehen. Seine Wangen waren eingefallen und von einer tödtlichen Bläſſe, ſeine Augen lagen tief in ihren Höhlen und blitzten in jenem eigenthümlichen, flackernden Feuer, das nur das Fieber ver⸗ leiht, ſeine bleichen, ſchmalen Lippen waren ausgedörrt von den Fieber⸗ gluthen, und der Kranke verſuchte jeden Moment, ſie mit der Spitze ſeiner Zunge zu kühlen und anzufeuchten, während ſeine Athemzüge langſam aus ſeiner Bruſt hervorzitterten.

Herr von Schladen ſchaute in tiefer innerer Bewegung zu dem Er mußte erkennen, daß Frau von Stein Recht habe, daß dieſe Lei⸗ densgeſtalt nicht im Stande ſei, ſich von ihrem Lager zu erheben, um dem Ruf des Königs zu folgen, er ſagte ſich, daß er umſonſt gekommen ſei und ohne Reſultat wieder fortgehen müſſe, und dieſe Ueberzeugung machte ihn laut und ſchmerzlich aufſeufzen.

Der Kranke hatte dieſen Seufzer gehört und ein leiſes Lächeln glitt über ſeine Züge hin. Sie finden mich alſo ſehr krank, Herr von Schladen? fragte er mit leiſer, zitternder Stimme. Nicht wahr,

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