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folgen, und es werden ja im beſten Fall doch noch Wochen vergehen, ehe er ſich ſoweit erholt hat, um an Geſchäfte denken zu können.
Ah, der Freiherr von Stein vollbringt in Tagen, wozu Andere Wochen bedürfen, rief der Arzt lächelnd. Er iſt einer von den Män⸗ nern, deren Geiſt Gewalt hat über ihren Körper und ihm gebieten kann. Machen wir alſo den Geiſt ſtark und geſund durch dieſe Bot⸗ ſchaften, dann iſt mir für den Körper gar nicht bange. Der wird ſchon ſeinem Herrn gehorchen müſſen.
Aber ich bezweifle, daß mein Mann dieſe Anerbietungen des Königs annehmen wird, ſagte Frau von Stein zögernd, er iſt zu tief gekränkt, zu ſchwer beleidigt worden!
Aber er iſt ein Patriot im edelſten Sinne des Wortes, ſagte Herr von Schladen, er wird die perſönliche Beleidigung vergeſſen, wenn es ſich um das Wohl des Ganzen handelt.
Und wenn er nicht annimmt, weil er beleidigt iſt, rief der Arzt, ſo empfängt er wenigſtens jetzt durch den Antrag des Königs Genug⸗ thuung, und das iſt jedenfalls auch Balſam für ſeine Wunden. Ich werde jetzt noch einmal zu ihm hineingehen, um ſeinen Zuſtand zu unterſuchen und ſeinen Puls zu prüfen. Iſt Herr von Stein fieber⸗ frei, ſo laſſ Alles ſagen.
Aber Sie werden nicht fortgehen, bat Frau von Stein angſtvoll,
e ich Sie eintreten und Sie mögen ihm ohne Bedenken
Sie werden hier bleiben, damit Sie, wenn ihm irgend etwas zuſtößt, gleich zur Hülfe bereit ſind?
Ich werde hier in dieſem Zimmer bleiben, ſagte der Arzt, und ein Zuſtand es erfordert. Jetzt laſſen Sie mich zuerſt ſehen, wie es unſerm Kranken geht und ob ich ihm
Sie mögen mich rufen, wennſ
Ihren Beſuch melden darf.
Er eilte, ohne eine weitere Antwort abzuwarten, haſtig wieder in das Krankenzimmer; Frau von Stein ſank auf einen Seſſel nieder, und die zitternden Hände ineinander faltend, flüſterte ſie leiſe Gebete zu Gott empor. Der Oberkammerherr von Schladen blickte hinüber nach der Thür, durch welche der Arzt gegangen war, und ſein feines upd edles Geſicht drückte die lebhafteſte Spannung und Ungeduld aus.


