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Aber die Arzeneien hatten ihn nicht geheilt, das Ruhen auf dem Bett hatte ihn nicht geſtärkt. Seine Kräfte waren immer mehr ge⸗ ſchwunden, das Fieber, das ſeiner Körper durchbebte, war immer hef⸗ tiger gewordeu. Seit einigen Tagen indeß hatte ſein Leiden wenigſtens einen beſtimmten Character angenommen; die böſen Nachrichten, die von Tilſit zu ihm gekommen und ihm von dem Unglück bei Friedland und dem demüthigenden Frieden von Tilſit erzählten, hatten ſeiner Ge⸗ ſundheit den heftigſten Stoß gegeben, und jetzt wenigſtens konnte man von einer beſtimmten Krankheit reden und ihr einen Namen geben.
Es war jetzt das Tertial⸗Fieber, das in dem Körper des Frei⸗ herrn von Stein wüthete, das bald brennende Fiebergluth, bald eiſige Kälte auf ſeine Wangen rief, das ſeine Glieder beben machte vor eiſiger Kälte und dann wieder ſie mit Feuergluthen durchraſte, das ſogar in bangen, entſetzlichen Stunden den klaren, machtvollen Ver⸗ ſtand des Freiherrn von Stein umdüſterte und phantaſtiſche Träume und wilde Fieberphantaſieen von ſeinen Lippen tönen ließ.
Dieſe Nacht erſt wieder hatte Herr von Stein einen ſolchen Fieber⸗ anfall zu erdulden gehabt. Dieſe ganze Nacht hatte ſeine ſorgſame und treue Gattin an ſeinem Bett gewacht und mit ſchmerzerfüllter Seele ſeinem angſtvollen Stöhnen und Aechzen, ſeinem phantaſtiſchen Geplauder, ſeinem Lachen und Weinen, ſeinem Klagen und Jammern über Preußens Unglück zugehört.
Jetzt am Morgen war der Kranke wieder ruhig geworden, das Bewußtſein war in ſeine hellen, verſtandesblitzenden Augen zurück
ſſ aber
gekehrt, der böſe Feind, das Fieber, hatte ihn wieder verl eine unendliche Mattigkeit und Schwäche war in ſeinem Körper zurück⸗ geblieben, ſo daß der Kranke kaum zu reden, kaum ſeine Hände zu bewegen vermochte.
Der Arzt hatte ihn ſo eben beſucht und mit ernſtem Schweigen
t den Zuſtand des Kranken geprüft. Frau von Stein begleitete ihn
jetzt hinaus, und die Thränen, welche ſie in dem Krankenzimmer mit gller Kraft ihrer Liebe zurückgehalten, ſtürzten jetzt in hellen Strömen aus ihren Augen.
Nicht wahr, lieber Doctor, flüſterte ſie leiſe, Sie finden meinen
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