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Folgen Sie mir in mein Cabinet, ſagte er, indem er raſch vor⸗ wärts ſchritt. Talleyrand hinkte hinter ihm her, und ein halb ſpöt⸗ tiſches, halb boshaftes Lächeln umſpielte ſeine ſchmalen Lippen.
Der Heros, der die Welt beherrſchen will, ſagte Talleyrand leiſe zu ſich ſelber, der Heros hat eine ſehr menſchliche Regung, und wir werden jetzt eine empfindſame Scene haben.
Mit leiſem Schritt trat er hinter dem Kaiſer in. das Cabinet ein und blieb nahe an der Thür ſtehen, mit ſeinen lauernden, ſtechenden Blicken jede Bewegung des Kaiſers verfolgend.
Napoleon warf ſeinen kleinen dreieckigen Hut auf einen Stuhl, Handſchuh und Degen auf einen andern Stuhl und ging haſtig einige Mal auf und ab.
Dann blieb er, die Hände auf dem Rücken gefaltet, vor Talleyrand ſtehen und ſah ihn ſcharf an.
Haben Sie mein Geſpräch mit der Königin hören können? fragte er haſtig.
Ja, Sire, ſagte Talleyrand lakoniſch, ich habe jedes Wort gehört.
lſo, um was es ſich handelt und weshalb die Kö⸗
Sie wiſſen a rief Napoleon, indem er wieder auf und
nigin hierher gekommen iſt! ab zu gehen begann. Talleyrand, rief er dann nach einer Pauſe, ich habe dieſer Frau Unrecht gethan. Sie iſt ein Engel an Güte, Reinheit und Unſchuld, ſie iſt ein echtes Weib und eine echte Königin. Es war ein Verbrechen, mich an ihr zu vergehen und ſie mit Verleumdungen und Beſchim⸗ pfungen zu verfolgen. Ja, ja, ich geſtehe es, ich habe Unrecht gehabt, dieſe Fürſtin zu beleidigen. Sie iſt ſchön und rein wie die Engel des Himmels. Bei ihrer Anſchauung, bei dem bloßen Laut ihrer Stimme fühlte ich mich beſiegt und war verwirrt wie der zaghafteſte der Män⸗ ner.*) Meine Hand zitterte, als ich ihr die Roſe darreichte, und vor klaren Augen ſchlug ich beſchämt die Augen nieder. Ich habe
ihren aber ich will wieder gut machen, beim
ſie beleidigt und verläſtert, Himmel, ich will es!
*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Le Normand, II.
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