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Mag der König doch den Herrn von Stein dazu wählen, das iſt, wie es ſcheint, ein Mann von Geiſt.*)
Ein Ausdruck freudigen Staunens ergoß ſich über das Antlitz der Königin und glänzte noch auf ihrem Angeſicht, als der König eintrat.
Napoleon ging ihm haſtig entgegen und reichte ihm die Hand dar. Ich wollte Ew. Majeſtät in Gegenwart Ihrer edlen und ſchönen Ge⸗ mahlin meiner guten Geſinnung und, wenn Ew. Majeſtät wollen, meiner Freundſchaft verſichern, ſagte der Kaiſer haſtig. Ich habe allen Ihren Wünſchen, ſo viel es möglich war, nachgegeben. Der Kaiſer Alexander, an dem Sie einen eifrigen und beredten Freund haben, wird Ihnen das beſtätigen können. Ihm habe ich auch meine letzten Anerbietungen mitgetheilt, und ich hoffe, daß Ew. Majeſtät damit zufrieden ſein und ſie annehmen werden.
Sire, ſagte der König ernſt und kalt, der Kaiſer Alexander hat mir dieſe Mittheilung gemacht, aber es würde für mich ein großer Schmerz ſein, wenn ich dieſes Ultimatum annehmen müßte. Es würde mich alter angeſtammter Provinzen berauben, die den größten Theil meines Landes bilden.
Ich will Ihnen einen Weg andeuten, dieſen Verluſt zu erſetzen, rief Napoleon raſch. Wenden Sie ſich an den Kaiſer Alexander, er mag Ihnen ſeine Verwandten, die Fürſten von Mecklenburg und Olden⸗ burg, opfern, dieſe Staaten würden Ihnen einen ſchönen Erſatz für Ihre Verluſte gewähren; ich habe auch nichts dagegen, wenn er Ihnen den König von Schweden opfert, dem Sie Stralſund und die pommer⸗ ſchen Provinzen, die er ſo ſchlecht verwaltet, fortnehmen können. Möge der Kaiſer Alexander einwilligen, daß Sie dieſe Acquiſitionen machen, die zwar nicht den Territorien, die Sie verlieren, gleichkommen, aber vortheilhafter für Sie gelegen ſind; ich meinestheils werde mich dieſem Arrangement nicht widerſetzen.**)
Ew. Majeſtät ſchlagen mir da ein Raubſyſtem vor, dem ich nie⸗
*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Pertz, Leben Steins, I. S. 450. **) Napoleons eigene Worte. Siehe: Thiers, Histoire du Consulat. Vol. VII. S. 527.


