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treten wollen, welche das Schickſal ſchon gebeugt hat, Sie werden nicht Rache üben wollen für unſere Irrthümer und Spott treiben mit unſerer Majeſtät. Denn die Majeſtät, Sire, thront noch auf unſern Häuptern, und Sie werden ſie nicht angreifen wollen! Es iſt das heilige Erbe, welches wir unſern Kindern hinterlaſſen müſſen!
Ach, Ew. Majeſtät werden aber begreifen, daß ich wenig Reſpect haben kann vor ſolchem heiligen Erbe, ſagte Napoleon höhniſch.
Aber Ew. Majeſtät werden Reſpect haben vor dem Unglück, rief Louiſe lebhaft. Sire, das Unglück iſt auch eine Majeſtät, und Die⸗ jenigen, welche es unſchuldig betrifft, heiligt es!
Unſchuldig! ſagte Napoleon heftig. Preußen hat ſein Unglück wohl verſchuldet, meine ich.
Nennen Ew. Majeſtät das eine Schuld, daß wir uns wehrten, als man uns angriff? fragte die Königin mit ſtolzem Muth. Nennen Sie es eine Schuld, daß wir, treu den beſchwornen Verträgen, unſern Bundesgenoſſen nicht um eigenen Vortheils willen verlaſſen wollten, ſondern muthig das Schwert ergriffen, um ſeine und unſere Grenzen zu vertheidigen? Gott hat nicht gewollt, daß wir in dieſem Kampf Sieger blieben, er hat aus unſern Niederlagen eine neue Lorbeerkrone für Ihr Haupt gemacht. Aber jetzt werden Sie es genug ſein laſſen an dieſen Triumphen, und nimmer werden Sie von unſerem Unglück Vortheil ziehen wollen. Man hat mir geſagt, daß Ew. Majeſtät als Preis des Friedens von dem König den größten und beſten Theil ſeines Landes forderten, daß Sie ihm ſeine Feſtungen, ſeine Städte und Pro⸗ vinzen nehmen und dem König von Preußen nur eine Krone ohne Land, einen Titel ohne Inhalt, einen elenden Winkel ſeines Reiches laſſen wollten, um da ſein Haupt zu verhüllen und zu weinen. Man hat mir geſagt, daß Ew. Majeſtät die Unterthanen und Provinzen des Königs hierhin und dorthin vertheilen wollten, daß Sie aus ihnen neue Völker und Reiche ſchaffen würden. Aber Ew. Majeſtät wiſſen wohl, daß man nicht ungeſtraft den Völkern ihr edelſtes und unver⸗ äußerbares Gut, ihre Nationalität, rauben kann, und daß man den Nationalitäten keine willkührlichen Grenzen und keine neugeſchaffenen Vaterländer geben kann! Das Vaterland wird mit dem Menſchen


