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Oh, meine Kinder, meine Kinder, murmelte die Königin, für Euch thue ich das, für Euch will ich ſprechen und mein Herz beugen!
Jetzt vernahm ſie von der Treppe her das Geräuſch herannahender Schritte und in der Thür des Nebengemachs erſchien Frau von Berg, um zu verkünden, daß Seine Majeſtät der Kaiſer Napoleon ſo eben die Treppe herauf ſchreite.
Louiſe nickte leiſe mit dem Haupt, und raſch das Vorzimmer durchſchreitend, ging ſie hinaus auf den Corridor und bis zu dem An⸗ fang der Treppe.
Eben ſchritt Napoleon dieſelbe herauf. Sein bleiches Antlitz zeigte heute ein triumphirendes Lächeln, ſein Haupt war ſtolz emporgerichtet, ſeine Augen flammten und glühten in einem düſteren Feuer und waren mit einem ſeltſamen Gemiſch von Neugier und Theilnahme auf die Königin gerichtet.
Louiſe ſchaute ihn an mit ruhigen, ſanften Blicken, ein mildes, rührendes Lächeln umſpielte ihre Lippen, ihr ſchönes Antlitz ſtrahlte von Energie und Muth, und ein Ausdruck von Andacht und Feierlich⸗ keit war über ihr ganzes Weſen ergoſſen.
Napoleon fühlte ſich unwillkührlich ergriffen von dem Anſchauen dieſer zugleich ſo königlichen und ſo milden Erſcheinung, und er neigte ſich tiefer vor ihr, wie er es jemals vor irgend einer Frau gethan.
Sire, ſagte Louiſe, ihn in das Gemach geleitend, wie beklage ich es, daß Ew. Majeſtät eine ſo unbequeme Treppe haben zu mir herauf⸗ ſteigen müſſen.
Oh, rief Napoleon lebhaft und faſt lächelnd, wenn der Weg zu Ihnen ſteil war und unbequem, Madame, ſo iſt der Lohn dafür doch ſo ſchön, daß man keine Unbequemlichkeit ſcheut.
Für Ew. Majeſtät giebt es überhaupt keine Unbequemlichkeiten, wie es ſcheint, ſagte die Königin milde. Weder die Sonnengluth
Egyptens, noch die Eiskälte unſeres Nordens beläſtigt Ew. Majeſtät und wirft ein Hemmniß auf die Siegesbahn des Heros. Und doch meine ich, daß unſer rauhes Klima ein ſchwer zu überwindendes Hin⸗ derniß iſt. Haben Ew. Majeſtät das nicht zuweilen in dieſem Winter
empfinden müſſen?
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