Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 2. Band (1859)
Entstehung
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373 ich nur wenig zu ſagen haben. Die Zeit iſt koſtbar und ich werde daher kurz ſein.

Er näherte ſich dem König, und tief ſich vor ihm verneigend, fuhr er fort: Ew. Majeſtät wiſſen, daß ich mein Leben ganz und gar dem Dienſte Preußens und Eurer Majeſtät geweiht habe. Ich habe ihm gedient mit meinem Geiſt und meiner Thatkraft, ſo lange die Umſtände und das Vertrauen Eurer Majeſtät es mir geſtatteten. Jetzt aber for⸗ dern die Umſtände, daß ich Preußen und Ew. Majeſtät auf eine andere Weiſe meine grenzenloſe Ergebenheit beweiſen ſoll. Ich kann ihm nur noch nützen, indem ich mich aus dem Staatsdienſt zurückziehe und das Portefeuille, welches Ew. Majeſtät mir anvertraut, wieder zu den Füßen Eurer Majeſtät niederlege. Ich bitte alſo Ew. Majeſtät um meinen ſofortigen Abſchied, und ich hoffe, Ew. Majeſtät werden mir denſelben in Gnaden gewähren.

Der König antwortete nicht ſogleich; die Stirn in dunkle Falten gelegt, ſtarrte er düſter vor ſich hin. Die Königin blickte zu ihm hin⸗ über und ein Ausdruck angſtvoller Erwartung, zärtlichen Flehens ſprach aus ihren Zügen.

Kaiſer Alexander ſtand mit ineinander geſchlagenen Armen neben dem König und ließ ſeine Blicke mit einem ſanften Lächeln bald auf dem Miniſter, bald auf dem Königspaar ruhen.

Sire, wiederholte Hardenberg, als der König immer noch ſchwieg, Sire, ich bitte Ew. Majeſtät, mir in Gnaden ſofort meinen Abſchied geben zu wollen!

Friedrich Wilhelm zuckte leiſe zuſammen. Wiſſen wohl, ſagte er haſtig und mit faſt rauher Stimme, wiſſen wohl, daß ich es nicht gern thue. Werd' vom Schickſal wenig gefragt, was ich gern thue, muß mich der Nothwendigkeit fügen! Keine Macht, um mich Anmaßungen zu widerſetzen, keine Armee, um den Krieg fortzuführen! Muß alſo die Friedensbedingungen eingehen, muß alſo auch Ihnen den geforderten Abſchied bewilligen. Sie ſind frei, Herr von Hardenberg, ich darf Sie nicht an mich feſſeln wollen! Ich danke Ihnen für Ihre guten Dienſte und bedauere, dieſelben jetzt entbehren zu müſſen.

Er reichte dem Miniſter ſeine Hand dar und fuhr fort: Gratulire