Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 2. Band (1859)
Entstehung
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Denen, welche aufrichtig und wahr zu uns geſprochen, dankt man am Beſten dadurch, daß man eben ſo antwortet. Ich. die Königin alſo, jetzt ihrerſeits zu ſprechen und zu ſagen, was ſie über den Frie⸗ dens⸗Vertrag denkt!

Ich denke darüber, mein König und Gemahl, daß ich lieber von der erſten Kugel, welche wir gegen Frankreich abfeuern, zerſchmettert werden wollte, als dieſen ſchimpflichen Vertrag gutheißen, rief die Kö⸗ nigin mit glühenden Wangen und in der vollen Gewalt ihrer leiden⸗ ſchaftlichen Erregung. Ich denke darüber, daß, wenn Sie ihn unter⸗ zeichneten, ich niemals wieder wagen würde, meinen Fuß in das Schloß von Charlottenburg zu ſetzen, weil es mir ſcheinen würde, als dürfte ich dort die Angen weder zu den Menſchen, noch zu Gott empor⸗ ſchlagen, denn von den Treubrüchigen und Ehrvergeſſenen wenden die Herzen der Menſchen ſich ab, und Gott ſelbſt hat kein Erbarmen mit ihnen. Ich würde denken, daß die Wände dieſes Schloſſes über uns zuſammenſtürzen müßten, um unſere Scham zu verhüllen, und vor jedem Tiſche würde ich ſchaudernd weil auf ihm vielleicht dieſe Acte unterzeichnet worden iſt, die uns abtrünnig machen will von Ehre und Pflicht, die uns unſer gutes Gewiſſen und unſere Ehre ſtehlen will. Nein, mein Herr und Gemahl, laſſen Sie uns mit rei nem Gewiſſen und mit reiner Ehre lieber ünterliegen und zu Grunde gehen, als die Freundſchaft und das Bündniß des Corſen annehmen und unſern Principien ungetreu werden!

Der König wiegte ſinnend ſein Haupt. Ach, ſagte er leiſe vor ſich hin, wenn Worte ſich in Schwerter verwandeln ließen, dann wüdden

Sie mir heute Schlachten gewinnen. Aber es braucht zum Unglüdk dazu Soldaten, eine Armee, und die habe ich nicht. Und ſo ſind X

Ihre Worte vielleicht die Drachenſaat, aus der Krieger hervorgehen mögen, aber dieſe können ſich gegen uns ſelber wenden und uns ver⸗ nichten!

Er ſchwieg und blickte ſtill und tiefernſt vor ſich nieder. Die Königin wagte es nicht, ihn in ſeinem Sinnen zu ſtören und ſchaute ſchweigend und mit dem Ausdruck zärtlicher Theilnahme zu ihm hin. Die beiden Miniſter ſaßen ernſt und

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