Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 2. Band (1859)
Entstehung
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erwartend, daß der König dieſes Schweigen unterbrechen und zu ihnen reden möge.

Auf einmal richtete der König ſein Haupt raſch empor und ließ ſeinen Blick hinüber ſchweifen nach der Pendule.

Es iſt vier Uhr, ſagte er, indem er raſcher, als er ſonſt zu thun pflegte, ſich erhob. Ich habe dem Miniſter Haugwitz geſagt, daß um vier Uhr die Conferenz der Miniſter und Generäle ſich bei ihm ver ſammeln ſolle, und daß ich mich bei derſelben einfinden werde. Ich liebe es, pünktlich zu ſein. Laſſen Sie uns alſo gehen, meine Herren, es iſt Zeit zur Conferenz.

Die beiden Miniſter erhoben ſich, um ſich zu verabſchieden. Die Königin reichte Jedem von ihnen die Hand zum Kuß dar und entließ ſie mit einem Blick des Dankes. Der König winkte ihnen freundlich mit der Hand einen Abſchiedsgruß zu und wandte dann, als die Herren das Gemach verlaſſen hatten, ſich der Königin zu.

Lebe wohl, liebe Louiſe, ſagte er, ſeiner Gemahlin die Hand dar⸗ reichend. Mich rufen die Pflichten meines Amtes, und ſo lange ich noch König bin, kann ich dieſelben nicht vernachläſſigen. Ich kam hier⸗ her, um ein wenig Erholung von meinen Sorgen bei Dir zu finden. Hab' ſtatt deſſen einer Geheimrathsſitzung beigewohnt. Die Unglück⸗ lichen haben keine Zeit zur Erholung, und das mag auch ſein Gutes und Nützliches haben. Lebe alſo wohl, ich muß zu Haugwitz gehen.

Er wollte ſich der Thür nähern, aber die Königin hielt ſeine Hand feſt und ſchaute ihm mit einem flehenden Blick tief und forſchend in das ruhige und undurchdringliche Angeſicht.

Oh, mein Gemahl, ſagte ſie mit vor Bewegung zitternder Stimme. So wollen Sie mich verlaſſen? Nicht ein einziges Wort der Beruhi⸗ gung und des Troſtes ſagen Sie mir?

Der König küßte ſie leicht auf die Stirn und deutete hinüber nach der Uhr. Es iſt die höchſte Zeit zur Conferenz, ſagte er, und mit ſanfter Gewalt ſeine Hand frei machend, eilte er der Thür zu.

Louiſe blickte ihm nach, bis er verſchwunden war, dann hob ſie Hände und Blicke zum Himmel auf. Oh mein Gott, flüſterte ſie leiſe, leite Du ſeine Entſchlüſſe und laſſe ihn das Rechte wählen! Mir aber