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den Stand unſerer Angelegenheiten und der Politik überhaupt unter⸗ richte und den Rath ſolcher Männer beanſpruche, an deren Treue und Ergebenheit ſie glaubt. Man muß ſein Schickſal genau und vollſtändig kennen, um ihm beherzt in's Auge ſchauen zu können und beſtimmte Entſchlüſſe zu faſſen. Zudem hat die Königin alle Gefahren und alles Ungemach his hierher redlich mit uns getheilt, es iſt daher auch wohl billig, wenn ſie auch Theil nehmen möchte an unſeren Berathungen und Plänen.
Oh, mein Herr und Gemahl, rief die Königin, die Hand des Königs an ihre Bruſt drückend, ich danke Dir für Deine Großmuth und Güte, ich danke Dir, daß Du mich nicht zurückweiſen willſt in den ſtillen, beſchränkten Kreis der Frauen, ich danke Dir, daß Du mir ge⸗ ſtatten willſt, hinaus zu ſchauen über die Schwelle meiner Gemächer und ein fühlend Herz zu haben für die Noth unſeres Landes.
Der König nickte ihr freundlich zu und wandte ſich dann an die beiden Miniſter, die ſich ehrerbietig und ſchweigend bis nahe an die Thür zurückgezogen hatten.
Ich habe Sie hierher beſchieden, Herr Miniſter von Stein, ſagte er, damit Sie Theil nehmen ſollten an einer Sitzung, in welcher über den Friedensvertrag von Charlottenburg entſchieden werden ſoll. Es iſt mir lieb, daß Sie gekommen ſind. Und, fuhr der König fort, ſich an Hardenberg wendend, es iſt mir auch lieb, daß Sie da ſind. Liebe die Männer, welche, ihres Werthes ſich bewußt, nicht empfindlich ſind, wenn ſie ſelbſt anſcheinend zurückgeſetzt werden! Weiß es wohl zu ſchätzen, daß Sie in dieſen Zeiten der Bedrängniß nicht von uns weichen und nicht nur auf Ihre eigene Ruhe und Behaglichkeit bedacht ſind. Weiß wohl, daß Sie nicht aus Eigennutz ſo handeln und daß Sie reich genug ſind, um jede Beamtenſtellung entbehren zu können, reicher vielleicht, als Ihr König!— Die Königin hat Sie alſo ge⸗ beten, Ihre Meinung zu ſagen über den Charlottenburger Vertrag, und ich kam und ſtörte Sie.
Ew. Majeſtät hörten, daß die beiden Herren mich verſicherten, ihnen ſei dieſer Vertrag unbekannt, ſagte die Königin, ihre leuchtenden Augen mit einem zärtlichen Ausdruck auf das ſtille, ernſte Antlitz ihres
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