Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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Freiheit hatte ihm wohlgethan und ihn gekräftigt, er fühlte ſich ſtark

genug, den Weg bis zum Palais ſeines Vaters zu Fuß zurücklegen zu können. Niemand erkennt mich in dieſem elenden Aufzug, ſagte er lächelnd, Niemand wird daher Notiz von mir nehmen, und ganz unbemerkt werde ich nach Hauſe gelangen.

Und mit rüſtigem Schritt ging er über den Opernplatz den Linden zu. Eine merkwürdige Oede und Stille herrſchte auf dieſem ſonſt ſo belebten und vielbeſuchten Platze, kein einziger Spaziergänger, keins dieſer vergnügten, ſelbſtbewußten und ſelbſtzufriedenen Geſichter, deren man ſonſt ſo vielfach auf dem Opernplatze und unter den Linden be⸗ gegnete, war heute zu ſehen. Nur hier und da ſchlich irgend ein altes Mütterchen traurig und gebeugt dahin, und wie der Prinz jetzt an der Hauptwache vorüber kamm, ſah er vor derſelben franzöſiſche Sol⸗ daten ſtehen, die trotzig und hohnlächelnd den preußiſchen Officier vorübergehen ſahen, und denen es nicht einfiel, vor demſelben zu ſalutiren.

Ach mein Bruder, flüſterte Prinz Auguſt in ſich hinein, Deine Prophezeiung hat ſich ſchnell erfüllt. Es wird nicht mehr getrommelt, wenn wir aus dem Thor fahren und an der Wache vorüber gehen. Meinetwegen! Ich wollte ſolcher Ehren gern entbehren, wenn nur Preußen ſelber noch geehrt würde, wenn nur

Ein ſeltſames Geräuſch, das von dem unteren Ende der Linden daher kam, unterbrach den Prinzen in ſeinem Selbſtgeſpräch. Er ſchritt raſcher vorwärts, zu ſehen, was es dort gäbe. Das Rufen und Schreien kam immer näher, und ein dunkler, verworrener Menſchen⸗ knäuel wälzte ſich von dem Eingang der Linden durch das Branden⸗ burger Thor daher. Allmälig entwirrte ſich dieſer Knäuel mehr und mehr vor den Augen des Prinzen, allmälig konnte er deutlich dieſe Maſſe unterſcheiden, die ſich ihm da entgegenwälzte. Es waren fran⸗ zöſiſche Soldaten, die auf der Straße daher kamen, und auf der

Seite der Straße und in der Mitte der Linden begleitete dieſe das⸗

Volk und die Bürger in dem glänzenden Coſtüm der National⸗Gar⸗ diſten, das ſie, mit der Bewilligung der franzöſiſchen Behörden, jetzt