Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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Einen Moment mußte er ſich draußen im Vorzimmer nieder⸗ ſetzen, denn ſeine Füße zitterten ſo ſehr, daß ſie ihn kaum zu tragen vermochten, und eine ſo tödtliche Bläſſe bedeckte ſeine Wangen, daß der Oberſt Geérard, der den Prinzen im Vorzimmer erwartet hatte, entſetzt zu ihm hineilte und ihn fragte, ob er ihm geſtatten wolle, einen Arzt zu holen.

Prinz Auguſt ſchüttelte lächelnd das Haupt. Der Arzt, deſſen ich bedarf, wohnt in der Küche meiner Mutter, ſagte er, und Ihr Kaiſer hat erlaubt, daß ich ihn da aufſuche.

Eben trat der Groß⸗Marſchall in den Vorſaal und Gérard zu ſich winkend, flüſterte er ihm leiſe einige Worte zu.

Ew. Königliche Hoheit ſind der Laſt überhoben, mich zur Beglei⸗ tung zu haben, ſagte der Obriſt dann zu dem Prinzen. Erlauben Sie mir nur noch, Sie bis zum Wagen, der Sie nach dem Palais des Prinzen Ferdinand bringen ſoll, zu geleiten.

Drunten im Hof ſtand eine kaiſerliche Equipage bereit, und der Obriſt Gérard ſelber beeilte ſich den Schlag zu öffnen, um dem Prinzen beim Einſteigen behülflich zu ſein.

Aber der Prinz winkte abwehrend mit der Hand und trat zurück. Ich bin es nicht werth, die glänzende kaiſerliche Equipage zu beſteigen, ſagte er. Sehen Sie nur, ſelbſt der Kutſcher auf dem Bock in der kaiſerlichen Livrée ſieht elegant aus gegen mich und ganz Berlin würde mich verlachen, wenn es mich in der glänzenden Equipage des Kaiſers daher kommen ſähe. Laſſen Sie mich alſo ganz demüthig und be⸗ ſcheiden von dannen gehen, und den erſten beſten Fiaker, dem ich be gegne, beſteigen. Leben Sie wohl, Herr Obriſt, und nehmen Sie meinen Dank für alle Aufmerkſamkeit und Güte, die Sie mir bisher bewieſen haben.

Er reichte ihm freundlich die Hand dar und ſchritt dann eilig über den Schloßhof nach dem Platz vor demſelben, dem ſogenannten Luſt⸗ garten dahin.

Schon hatte der Prinz dieſen und die breite Brücke, welche hier über einen Arm der Spree führt, überſchritten, und noch immer hatte er keinen Fiaker gefunden. Aber die friſche Luft und das Gefühl der

Frei gent könn

Nier

ich!