Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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Kurfürſten, und es hat wohl Grund dazu. Seit vielen Jahren ver⸗ kaufte der Kurfürſt das Blut ſeiner Unterthanen an England, damit dieſes uns in beiden Welttheilen bekriege. Dieſem Menſchenhandel verdankt der Fürſt die Schätze, die er ſich geſammelt, und mit denen er jetzt aus ſeinem Lande entflohen iſt. Können Sie das leugnen, meine Herren? Können Sie es ferner leugnen, daß der Kurfürſt eines Tages einem ſeiner Generäle, welcher die an England verkauften Truppen in Amerika kommandirte, bittere Vorwürfe darüber machte, daß die Heſſen dort zu ſehr geſchont und nicht genug in's Feuer ge⸗ führt würden? Weiß das heſſiſche Volk nicht, daß der Kurfürſt ihm nur deshalb dieſe Vorwürfe machte, weil er für jeden Gebliebenen fünf⸗ undzwanzig Dukaten erhielt? Nun, ſprechen Sie doch! Sagen Sie, daß dies nicht wahr iſt, daß das heſſiſche Volk dies nicht weiß, daß die Mütter nicht zu Tauſenden um ihre Söhne weinen, die in Amerika gefallen, und deren Grab ſie niemals ſehen werden, daß die Männer nicht zu Tauſenden als verkaufte Sklaven ihr Land haben verlaſſen müſſen, und daß die Flüche und Verwünſchungen der Abziehenden nicht mit denen der Zurückbleibenden ſich vereinigt haben, um dereinſt vor dem Throne Gottes zu einer Anklage zu werden wider den Kurfürſten, der ſein Land und ſein Volk ruinirt, und ſich an dem Blut und den Thränen ſeinns Volkes bereichert hat. So reden Sie doch! Verthei⸗ digen Sie doch den Kurfürſten, wenn Sie können. Wagen Sie noch einmal zu ſagen, daß das Volk von Heſſen ſeinen Fürſten liebt, und ihn zurück erſehnt. Sprechen Sie, ſprechen Sie doch!

Seine Stimme rollte wie Donner, ſeine Augen ſchleuderten feurige Blitze hinüber auf die beiden Männer, welche bleich und beſtürzt da ſtanden und es nicht wagten, ihr Auge zu dem bleichen Marmorange⸗ ſicht des Kaiſers zu erheben. Selbſt Talleyrand hatte ſich in einem unwillkürlichen Inſtinct der Furcht einige Schritte weiter nach der Thür hin zurückgezogen, und ſein ſonſt ſo ruhiges und ſtilles Antlitz verrieth einige Beſorgniß, daß dies furchtbare dämoniſche Gewitter ſich auch auf ihn entladen und einen ſeiner Blitze auf ihn ſchleudern möchte.

Die beiden Abgeſandten des Kurfürſten verſuchten es, einige Worte