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ſers jetzt noch düſterer war, als vor ſeinem Spazierritt, er ſah die Blitze des Zorns, welche in ſeinen Augen flammten, und ganz bereit waren, den Erſten, derzihnen nahe kam, zu zerſchmettern.— Der Kaiſer hatte heute, indem er die Linden hinauf ritt, wieder einmal die ge⸗ wohnte Muſik des Vive l'Empereur! vermißt, er hatte geſehen, daß die Leute, die hier und dort in dichten Gruppen auf der Straße ſtan⸗ den, ihn, indem er vorüber ritt, mit finſteren, grollenden Geſichtern betrachteten, ohne ihn zu grüßen und ohne ihm entgegen zu jubeln. Dieſer Mangel an Ehrfurcht, dieſer ſichtbare Trotz hatte ſich wie ein dunkler Schatten über das Antlitz des Kaiſers gelegt und ſeine Seele mit finſterem Groll erfüllt.
Eben, wie er ſich aus dem Sattel ſchwang und ſeinem Mame⸗ lucken Rouſtan die Zügel hinwarf, trat der Groß⸗Marſchall heran, bleich, mit hochgehendem Athem und in ſichtbarer Erregung.
Der Kaiſer ſah es, und der erſte Blitz zuckte aus ſeinen Augen und traf das Antlitz des Groß⸗Marſchalls.
Sie wollen mir anzeigen, daß Berlin revoltirt, nicht wahr? fragte er mit ſtrengem, rauhen Ton. Das befremdet mich nicht. Dieſes Berlin ſcheint mir allerdings ſehr zur Revolte geneigt. Aber es ſoll morgen ein fürchterliches Beiſpiel erhalten, wie ich die Empörer ſtrafe, und dies Beiſpiel wird es wohl von der Sucht, ſich zu empören, heilen.*)
Und mit der Reitpeitſche gegen ſeine Stiefel ſchlagend, wie er es im Zorn zu thun pflegte, ſchritt Napoleon über den Hof dahin nach der Treppenhalle.
Nein, Sire, ſagte Duroc, Berlin revoltirt nicht. Ich wollte nur Ew. Majeſtät edles und großmüthiges Herz um eine Gnade anflehen.
Der Kaiſer ſah ihn mit düſtern, erſtaunten Blicken an, und raſcher vorwärts ſchreitend, betrat er eben die erſte Stufe der Treppe, das Auge immer noch dem Groß-⸗Marſchall zugewandt.
Nun, was iſt es? fragte er, die zweite Stufe betretend und zu Duroc zurückſchauend, der hinter ihm ging.
*) Napoleons eigene Worte. Siehe Mémoires de la Duchesse d'Abrantès. Vol. IX. p. 240.
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