Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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Verbot glaubte ich ſchließen zu dürfen, daß der Kaiſer mir andeuten wollte, er ſei geneigt, auf dieſem Wege eine Begnadigung zu gewähren.

Wie? rief Duroc lächelnd, der Kaiſer befiehlt, daß man es nicht wage, die Fürſtin Hatzfeld zu ihm zu führen, er ſagt, daß er keine Gnade üben will, und daraus folgern Sie, daß er der Fürſtin eine Audienz bewilligen und ihr Gnade gewähren will?

Gewiß! ſagte Talleyrand. Wozu hat man denn die Sprache, wenn man mit ihr nicht ſeine Gedanken verſchleiern wollte? Bei klugen und bedeutenden Leuten nehme ich daher immer an, daß ihre Gedanken gerade das Gegentheil ſind von dem, was ihre Worte ſagen. Nur die Einfältigen und Unbedeutenden ſagen, was ſie denken. Ver⸗ ſuchen Sie es alſo immerhin. Verſchaffen Sie der Fürſtin eine Audienz beim Kaiſer, und das Uebrige überlaſſen Sie der Beredſamkeit und der Schönheit der Fürſtin.

Aber ich kann doch nicht hingehen, mich der Fürſtin als Vermittler anzubieten. Dadurch würde es den Anſchein gewinnen, als ob der Kaiſer mich zu ihr ſendet, und wenn er dann den Fürſten begnadigte, würde es nur wie ein verabredeter Theatercoup ſein.

Sie haben Recht, wir müſſen es durchaus vermeiden, daß die Affaire dieſen Anſchein gewinnt, ſagte Talleyrand lächelnd. Wenn die Fürſtin aber ihren Gemahl wirklich liebt, und wenn ſie ihn wirklich retten will, ſo werden Sie natürlich ihr erſter Gedanke ſein, denn Sie ſind mit ihr und ihrer Familie bekannt, und man weiß, daß Sie des Kaiſers naher und vielvermögender Freund ſind. Es iſt alſo ganz natürlich, daß die Fürſtin Ihre Vermittelung anrufen wird.

Wenn ſie es thut, werde ich Alles, was in meinen Kräften ſteht, verſuchen, um ihr nützlich zu ſein, denn ich habe in dem Hauſe des Fürſten viel angenehme Stunden verlebt, und es wäre mir angenehm, der Fürſtin einen Dienſt erzeigen zu können. Aber ich fürchte, Sie täuſchen ſich. Der Kaiſer nimmt nie ſein Wort zurück, und wenn er geſagt hat, daß er keine Gnade üben und die Fürſtin nicht annehmen will, ſo wird es dabei bleiben, und all mein Bemühen wird vergeb⸗

lich ſein. Zum dritten Male flog ein leiſes ſpöttiſches Lächeln über Talley⸗

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