Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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rands Züge hin. Verſuchen Sie es nur, ſagte er. Vielleicht gelangen Sie doch zum Ziel. Aber Sie haben keine Zeit zu verlieren, denn wie geſagt, ſchon morgen ſoll das Kriegsgericht zuſammentreten. Was geſchehen ſoll, muß alſo noch im Lauf des heutigen Tages geſchehen.

V. Die Fürſtin Hatzfeld.

Der Groß⸗Marſchall Duroe ging in lebhafter Unruhe in ſeinem Gemach auf und ab. Der Abend begann zu dämmern, und noch im⸗ mer hatte er keine Nachrichten von der Fürſtin Hatzfeld erhalten. Doch war der Fürſt ſchon im Lauf des Vormittags verhaftet und auf das Schloß geführt, wo er in einem Zimmer eingeſchloſſen und ſtreng be⸗ wacht wurde. Die Nachricht ſeiner Verhaftung hatte ſich ſchnell durch ganz Berlin verbreitet, und eine düſtere, trübe und angſtvolle Stim⸗ mung lag wie eine Gewitterwolke über der ganzen Stadt. Ueberall auf den Straßen bildeten ſich einzelne Gruppen von bleichen, ernſt⸗ blickenden Männern, die ſich mit leiſem Geflüſter dieſe neueſte ſchrek⸗ kensvolle Begebenheit erzählten und ihrem Groll und ihrer Wuth in heimlichen Flüchen und Verwünſchungen Luft machten. Jedermann war überzeugt, daß der Fürſt verloren ſei, Jedermann empfand es als eine neue, Jedem perſönlich angethazne Demüthigung, daß einer der angeſehenſten und vornehmſten Männer Preußens jetzt eines ge⸗ meinen Verbrechens ſollte angeklagt und als Spion verurtheilt werden. Niemand zweifelte, daß das Urtheil des Kriegsgerichts auf Tod lauten würde; und daß Napoleon keine Gnade und kein Mitleid haben würde, das las man in dem ſtrengen, düſtern Antlitz des Kaiſers, als er, gefolgt von ſeinem Generalſtab, durch die Straßen dahinritt, um ſich nach Charlottenburg zu begeben.

Alle die Vorwürfe, welche man ſonſt gegen den Fürſten Hatzfeld

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