Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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ihm geſtattete, und und zog den Großmarſchall, der ihm entgegen ging, wieder in die Fenſterniſche zurück.

Herr Großmarſchall, flüſterte er leiſe, ich bin im Begriff, ein Hochverräther zu werden und Ihnen ein Geheimniß des Kaiſers zu verrathen. Mein Leben liegt in Ihrer Hand, denn wenn Sie mich bei Sr. Majeſtät denunciren, bin ich verloren. Werden Sie es thun?

Duroc lächelte. Excellenz, ſagte er, ich bin ein guter Patriot und da ich weiß, wie ſehr nothwendig Ihr Leben für das Wohl und das Glück Frankreichs iſt, ſo werde ich mich wohl hüten, irgend Etwas gegen Sie zu unternehmen, vielmehr würde ich es ſtets als meine heiligſte Pflicht erachten, das Leben Ew. Excellenz zu ſchützen und für Ihr Wohl bedacht zu ſein, wenn ſich nur die Gelegenheit dazu darböte. Sie dürfen mir alſo immerhin Ihr Geheimniß verrathen. Ich würde lieber ſterben, als Sie denunciren!

Ich danke Ihnen, ſagte Talleyrand, ſich verneigend. Nun hören Sie alſo mein Geheimniß: Der Kaiſer hat Befehl gegeben, den Fürſten Hatzfeld zu verhaften und vor ein Kriegsgericht zu ſtellen.

Unmöglich! rief Duroc erbleichend. Fürſt Hatzfeld iſt von jeher ein eifriger und warmer Anhänger Frankreichs geweſen, und gerade um dieſer Geſinnung- willen iſt er jetzt bei der Hofpartei in höchſte Ungnade gefallen; auch die Berliner machen ihm Vorwürfe, daß er ſie gehindert habe, ſich zu vertheidigen, und daß er es abſichtlich verſäumt habe, die Waffen aus dem Zeughaus fortzuführen. Was kann alſo der Fürſt Hatzfeld gethan haben, um vor ein franzöſiſches Kriegsgericht geſtellt zu werden?

Ein unmerkliches Lächeln flog über Talleyrand's feine Züge hin. Er hat einen Brief an den König geſchrieben, ſagte er, den man allenfalls, wenn man will, für eine Spionage und einen Verrath ausgeben kann, vorzüglich wenn man eine Gelegenheit wünſcht, ein Erxempel zu ſtatuiren und den ſtolzen Adel einzuſchüchtern, weil er es vermeidet, hierherzukommen und dem neuen Gebieter zu huldigen.

Wenn das die Abſicht des Kaiſers iſt, ſeufzte Duroc, ſo iſt Fürſt Hatzfeld verloren. Der Kaiſer wird unerbittlich ſein!

Muß man denn gleich Jemand hinrichten laſſen, um die Andern

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