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in ſeinen Augen wetterleuchtete die Wuth. Er hielt in ſeiner Hand zwei Papiere, ein gedrucktes und ein geſchriebenes, und ſo oft ſeine Augen auf dieſe hinblitzten, ballte ſeine kleine mit Brillantringen ge⸗ ſchmückte Hand ſich feſter zuſammen und machte das Papier aufächzen und erzittern.
Der Zorn des Kaiſers, welcher Jeden, der ihm in ſolchen Mo⸗ menten nahen mußte, mit Zittern und Entſetzen erfüllte, machte indeß gar keine Wirkung auf den Mann, der da inmitten des Zimmers an dem mit Karten und Papieren bedeckten Tiſch ſtand, die eine Hand auf den Tiſch aufgeſtützt, mit der andern ruhig an dem Spitzenjabot zupfend, das zwiſchen der goldgeſtickten Sammetweſte hervorquoll. Seine kleinen blitzenden Angen folgten ruhig und kalt jeder Bewegung des Kaiſers; wenn der Zorn in ihm höher aufzuwallen ſchien, zuckte ein leiſes verächtliches Lächeln um die Lippen dieſes Mannes, und in ſeinen Augen zeigte ſich dann ein ſchneller Blitz des Haſſes und des Spottes zugleich. Aber dies dauerte immer nur einen kurzen Moment, dann nahm ſein bleiches kränkliches Angeſicht wieder ſeinen undurch⸗ dringlichen Ausdruck an, und um ſeine ſchmalen Lippen ſchwebte dann nur noch ein verbindliches Höflingslächeln.
Dieſer Mann war Talleyrand, der erſte Miniſter des Kaiſers, Talleyrand, der einſt als Prieſter der Kirche, dann als Miniſter der Republik gedient hatte, und der beide verrathen und verlaſſen hatte, um jetzt der Miniſter des Kaiſerreichs zu ſein und alle die Principien zu bekämpfen und zu verleugnen, die er früher als die ſeinigen procla⸗ mirt und für das Wohl Frankreichs nothwendig erklärt hatte.
Talleyrand, rief Napoleon jetzt mit zorniger Stimme, indem er vor dem Miniſter ſtehen blieb und die Papiere in ſeiner Hand feſter zuſammenballte, Talleyrand, ich will ein ſtrenges Exempel ſtatuiren. Ich will dieſen hochmüthigen preußiſchen Adel, der mir noch immer zu trotzen wagt, ich will ihn in den Staub treten, ich will ihn erken⸗ nen lehren, was es bedeutet, mir zu opponiren! Welch eine Vermeſ⸗ ſenheit von dieſem Fürſten Hatzfeld, während ich mit meiner Armee ſchon im Anmarſch, während ich ſchon Herr von Preußen bin, noch ſeinem fliehenden König und deſſen Miniſtern Nachrichten zu ertheilen


