Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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Schriften nichts gegen die beſtehenden Geſetze geſagt, nicht zu Aufruhr, Hochverrath oder Empörung angeregt wird, dürfen wir ſie nicht inhi⸗ biren. Ein jeder Staatsbürger hat das Recht, öffentlich und frank und frei ſeine Meinung zu ſagen, vorausgeſetzt, daß dies in anſtän⸗ diger und den Geſetzen genügender Form geſchieht.

Das heißt alſo, Sie haben eine freie Preſſe, rief Napoleon, und Sie geſtatten jedem Unbefugten das Recht, über Dinge zu ſprechen, von denen er nichts verſteht. Mit einer freien Preſſe läßt ſich keine Monarchie aufrecht halten und regieren, und beſonders nicht in Zeiten der Bewegungen und Gefahren. Sie ſehen, wohin Ihre ſogenannte freie Discuſſion der öffentlichen Zuſtände Sie gebracht hat! Ihre Journaliſten haben Krieg und immer Krieg geſchrieen, haben die Bürger und das Volk aufgehetzt und dem König vorgeſpiegelt, daß ſie das Organ der öffentlichen Meinung ſeien, während ſie doch ganz ein⸗ fach nur das Echo der Garde⸗Officiere und der kriegeriſchen Frauen⸗ zimmer waren! Ihre Königin hat den Journalismus als eine Waffe benutzt, um damit ihren Gemahl aufzuregen. Ach, dieſe kriegführenden und politiſirenden Frauen ſind das Unglück der Völker. Die Königin Louiſe von Preußen iſt gleich der Königin Marie Antoinette von Frank⸗ reich und Marie Caroline von Neapel das Unheil ihres Landes ge⸗ worden. Die Türken haben ganz Recht, daß ſie ihre Weiber einſperren. Es iſt das Beſte, was man thun kann.*)

Er nickte leicht mit dem Kopf, und weiter gehend, ließ er ſich von dem Grafen Neale die Geiſtlichkeit vorſtellen.

Die Herren von der Kirche haben, wie ich glaube, Grund, mit mir zufrieden zu ſein, ſagte Napoleon mit einem Lächeln, das ſein Antlitz wie mit einem Sonnenſchein der Grazie und Schönheit ver⸗ klärte. Ich war es, der die Kirche in Frankreich wieder hergeſtellt hat, ich brauche daher Ihnen nicht zu ſagen, wie wichtig und unentbehrlich ich die Religion und die Kirche für das Wohl der Völker erachte. Es liegen große Aufgaben und große Pflichten in den Händen der Geiſt⸗ lichkeit. Suchen Sie dieſelben treulichſt zu erfüllen, meine Herren.

*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Häuſſer, Deutſche Geſchichte. III. A.

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