Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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auf dem Rücken tragend, und was noch wunderbarer, ſogar im feier⸗ lichen Parade-Marſch ſich hier und da freundlich mit den Soldaten unterhaltend.

Aber auf einmal jetzt entſtand ein ungeheures Gewoge zwiſchen den Säulen des Brandenburger Thors, und wie eine goldene, ſternen⸗ funkelnde Lawine rollte die Schaar der Marſchälle und Generäle durch das Thor herein. Man ſah nichts als goldene Epaulettes, als in Brillanten funkelnde Ordensſterne, als goldgeſtickte Uniformen, und lange weiße Straußfedern, die von den Marſchallshüten hernieder⸗ wehten.

Doch nicht auf dieſe hin waren Aller Blicke gerichtet, nicht ſie, die Marſchälle und Generäle in ihren glänzenden Uniformen, ſchaute man an, ſondern nur Ihn ſah man, dieſen ernſten, bleichen Mann, der allein und abgeſondert ihnen Allen voran ritt. Er trug keine Ordens⸗ ſterne und keine Gold⸗Epaulettes, keine Straußfedern auf dem gold⸗ geränderten Hut. Einfach und ſchlicht war ſeine grüne Uniform mit den weißen Aufſchlägen, einfach und ſchmucklos der kleine dreieckige Hut, der ſein Haupt bedeckte. Nachläſſig und ſtolz zugleich ſaß er auf ſeinem wundervollen Schimmel, der mit ſeinem Bäumen und Schnauben die Menge ſtatt ſeines Herrn zu grüßen ſchien. Er, der Herr, ſaß kalt und nachläſſig da, eine eherne Ruhe ſprach aus ſeinen Zügen, nur zuweilen ſchoſſen ſeine Augen mit einem glühenden Blitz über die Menge hin, dann wieder ſtarrten ſie ernſt und gleichgültig gerade aus, und der lebende Kaiſer verwandelte ſich wieder in einen der marmornen Triumphatoren aus der alten Römerzeit. Wie ein Bild von Stein und Erz ſaß er auf ſeinem nickenden, bäumenden Roſſe da, gleichgültig nur dänkend für das immer wieder neu, immer wieder mächtig wie gewaltiges Meeresrauſchen aufbrauſende: Vive'Empereur! mit dem ihn die Jugend auf den Bäumen, und die b zahlten Leute auf der Gaſſe, und die verkleideten Poliziſten bei jedem Schritt, den er vor⸗ wärts that, begrüßten. Ihm ſchien das nur die gewohnte unentbehr⸗ liche Muſikbegleitung zu dem Schritt ſeines Pferdes; er hörte und be⸗ achtete dieſe Muſik nicht, wenn ſie ihn accompagnirte, er vermißte ſie nur, wenn ſie fehlte.

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