Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

n. Nirgends ochen oder ner Volt ſich eſichter ernſt ten Fenſtern gen ſchwarze nieder.

n zu läuten, „welche von nent geduldig her ſich dem

auſende und h nicht mehr, tt vor Stau⸗ terhörten An⸗ die jeßt in ſie ſonſt hier tzte ſchlanke

mit ſteifen

n vn wun⸗

ter flamm⸗ ſcke und des att der eng⸗ nund dazl gen an ihrer en Geſtalten Roſſen mit welchen dieſe ten.

roß und unten Geſich⸗ niſt verhült

121

von dem großen Schurzfell, das bis zu den Knieen herabfiel, über die Schulter geſchwungen das ungeheure Beil, das wie funkelndes Silber in der Sonne blitzte. Und hinter ihnen, den Sappeurs, kamen die berühmten Grenadiere der Garde zu Fuß und zu Pferde, dann die Jäger von Vincennes in ihren grünen Uniformen, und endlich jetzt mit luſtigem Spiel zogen die Muſikbanden in das Thor. Der Tambour⸗ Major warf ſeinen gewaltigen Rohrſtock mit dem ſilbernen Rieſenknopf hoch in die Luft, und mit ſchmetterndem Jubelklang tönte ſie durch die weite, prächtige Berliner Straße dahin, die Muſik der Marſeillaiſe.— Niemand hatte es bis jetzt wagen dürfen, dieſe verpönte Melodie, welche Frankreich einſt mit ſo viel Blut zu ſeiner Volkshymne getauft hatte, in Berlin hören zu laſſen, nur leiſe und verſtohlen hatte man ſich die Melodie einander in's Ohr geſummt, aber aus den Concerten und von den Straßen war ſie durch ſtrenges polizeiliches Verbot ver⸗ bannt geweſen. Vielleicht wußte das der Kaiſer, und es war deshalb, daß er befohlen hatte, die Marſeillaiſe bei ſeinem Einzug zu ſpielen, oder vielleicht wollte der Sohn der Revolution, indem er in die Re⸗ ſidenz des legitimen Königs einzog, durch dieſes Lied der Schreckenszeit das Volk daran erinnern, daß man nicht nöthig habe, unter einem Thronhimmel geboren zu ſein, um eine Krone zu tragen und der Ge⸗ ſalbte des Herrn zu ſein.

Aber Niemand hörte jetzt eben auf dieſe geächtete und gefürchtete Melodie; alle die Tauſende, die da auf den Gaſſen, auf den Bäu⸗ men, an den Fenſtern und auf den Dächern waren, alle die Tauſende waren wie gelähmt vor Ueberraſchung und ſchauten ſtaunend hin in die neue Welt, welche da vor ihnen aufging. Sie, welche bis jetzt nur ſtolze Ofſiciere hoch zu Roß, mit übermüthigen Blicken jeden Bürger anſtierend, um jeder Kleinigkeit willen ihre Untergebenen züchtigend, gekannt und geſehen, ſie, denen man es eingeprägt, daß die Officiere gar ſtolze und erhabene Weſen ſeien, vor denen man ſich beugen müſſe, Weſen, welche nie zu Fuß gehen, nie irgend eine Laſt tragen dürfen, ſie ſahen jetzt da vor ſich die Officiere der kaiſerlichen Garde, wenig unterſchieden faſt von dem gemeinen Mann, und nicht allein zu Fuß gehend, wie dieſer, ſondern ſogar den ſchweren, vollgepackten Torniſter