Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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Dann wandte er ſich um und verließ haſtig die dunkle Halle, um in das Königsſchloß zurückzukehren.*)

Die Hände auf dem Rücken gefaltet, ging der Kaiſer lange in ſeinem Cabinet auf und ab, dann klingelte er haſtig und befahl den Chef ſeines Cabinets, Herrn von Menneval, zu rufen.

Setzen Sie ſich, rief Napoleon dem Eintretenden entgegen, nehmen Sie eine Feder, ich will Ihnen mein achtzehntes Bulletin dictiren.

Herr von Menneval nahm vor dem Schreibtiſch Platz, Napoleon ging langſam auf und ab, und mit lauter, ſtrenger Stimme dictirte er, wie folgt: Der Kaiſer iſt am 25. October in Potsdam angekom⸗ men und in dem königlichen Schloß abgeſtiegen. Er beſichtigte dort gleich am erſten Tage Sansſouci und die Umgebungen von Potsdam. Er hielt ſich einige Zeit in den Zimmern Friedrichs des Zweiten auf, wo ſich Alles noch in dem nämlichen Zuſtande wie bei deſſen Tode

befindet.— Man hat in dem Zeughaus von Berlin fünfhundert Ka⸗ nonen, mehrere hunderttauſend Pfund Pulver und mehrere Tauſend Gewehre gefunden.— Als einen auffallenden Umſtand bemerkt man,

daß der Kaiſer am nämlichen Tage und zur nämlichen Stunde in Potsdam angekommen und in den nämlichen Zimmern abgeſtiegen iſt, wie der Kaiſer von Rußland auf ſeiner vorjährigen Reiſe, die für Preußen ſo verderblich geworden iſt. Von dieſem Augenblick an vergaß die Königin die Sorge für ihre häuslichen Angelegenheiten und die wich⸗ tigſten Geſchäfte der Toilette, um ſich mit Staatsangelegenheiten zu befaſſen, auf den König Einfluß zu gewinnen und überall das Feuer anzufachen, von dem ſie beſeſſen war. Das Reſultat jenes berühmten Schwurs, welcher am 4. November 1805 abgelegt wurde, iſt die Schlacht von Auſterlitz und die Räumung Deutſchlands von Seiten der ruſſiſchen Armee in den vorgeſchriebenen Etappen geweſen. Man

*) Eins der ſchönſten Gemälde Horace Vernet's hat dieſen Beſuch Napo leons am Grabe Friedrichs des Großen zum Gegenſtand.

**) Napoleon faßte und diectirte alle ſeine Bulletins ſelbſt, ohne irgend Jemand dabei zu Rathe zu ziehen. Erſt nachher, wenn er es dictirt hatte, wurden die Bulletins dem Urtheil Talleyrand's unterworfen, der ſich aber wohl hütete, irgend etwas daran ändern oder mildern zu wollen.

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