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IV.
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ſtehen und betrachtete ſtaunend dieſes ſchlichte düſtere Gewölbe, deſſen Wände keine Trophäen, keine Decorirungen trugen, und dieſen ſchlichten hölzernen Sarg, der einfach, kahl und einſam inmitten des düſtern Raumes ſtand. Hinter ihm ſah man die Geſichter ſeiner Marſchälle, die mit neugieriger Verwunderung herein ſchauten.
Ach, ſagte Napoleon, mit einer leiſen Hauptbewegung ſich zu ihnen wendend und mit der Rechten nach dem Sarg hindeutend, man muß ſich durch ſehr viele Großthaten ausgezeichnet und ſehr viel un⸗ ſterblichen Ruhm erworben haben, um ſo alles Prunkes und aller Erdenherrlichkeit entbehren zu können.
Er ſchritt wieder in das Gewölbe vor und trat dicht an den Sarg hin. Die Arme ineinanderſchlagend, die Stirn in düſtere Falten ge⸗ legt, die Lippen feſt aufeinander gepreßt, ſchaute der Kaiſer lange und unverwandt auf den Sarg hin. Das Licht der Fackel beleuchtete mit hellem Schein das düſtere Angeſicht Napoleons, und wie ſich ſein bleicher Kopf allein und frei aus der Dunkelheit hervorhob, hätte man meinen mögen, eines der marmornen Cäſarenbilder, die auf der Ter⸗ raſſe von Sansſouci ſtanden, ſei von ſeinem Piedeſtal herabgeſtiegen, um dem todten König in ſeinem Sarge ſeinen Beſuch zu machen.
Endlich, nach einer langen Pauſe, kam wieder Leben und Bewe⸗ gung in die Marmorgeſtalt, und das Auge Napoleons blitzte wieder in ſeinem gewohnten kühnen Feuer. Er deutete mit einem ſeltſamen Lächeln auf den Staub hin, welcher auf dem Sargdeckel lag.
Staub da außen und Staub da innen, und doch war der Staub da innen ein großer König und ein großer Held, und doch iſt dieſer Staub hier außen dauerhafter, als es die Schwüre geweſen ſind, die vor kaum einem Jahr hier Kaiſer Alexander mit dem König und der ſchönen Königin gewechſelt hat. Auch der Kuß, den Alexander damals auf Friedrichs Sarg gedrückt, iſt nicht mehr ſichtbar, der Staub iſt darüber hingeweht, der Staub hat Alles gleich gemacht.
Und wie er ſo ſprach, zog er mit ſeiner Hand leiſe Linien über den Staub hin und ohne es zu wiſſen vielleicht, ganz mechaniſch, ſchrieb ſein Finger ein großes N in den Staub des königlichen Sarges.
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