Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 1. Band (1859)
Entstehung
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und ſie verbrannten und verſengten nicht, ſondern ſie beglückten. Lebe wohl, Du treue Uhr, die in meines Königs Sterbeſtunde verſtummte vor Schmerz. Wenn ſeine Sterbeſtunde kommt, ſo ſchlage ſie laut und freudig an, fange ſie wieder an zu gehen, denn dann iſt die ſchlimme Zeit überwunden und der gefallene Stern iſt ausgebrannt. Lebe wohl und ſchlage bald dieſe Stunde.*)

Mit noch finſterern Blicken, als er gekommen, ritt der Kaiſer mit ſeinem Gefolge wieder durch die öden, ſtillen Straßen Potsdams dahin. Langſam und feierlich, wie ein Trauerzug, bewegte ſich die glänzende Cavalcade nach der Kirche hin, in deren unterm Gewölbe der Sarg mit des Königs Leiche ſtand.

Der Küſter und ſein Begleiter eilten mit dem großen Schlüſſel⸗ bund und der brennenden Fackel dem Kaiſer voraus durch die halb⸗ dunklen, ſchweigenden Gänge und öffneten die ſchweren, raſſelnden Eiſenthüren, die zu dem Gewölbe führten.

Napoleon trat ein. Einen Moment blieb er auf der Schwelle

*) Die Uhr blieb im Beſitz Napoleons und begleitete ihn bis nach Helena. Sie ſtand dort in ſeinem kleinen Salon über dem Kamin und Napoleon ge dachte ihrer in ſeinem Teſtament. Er vermachte ſie ſeinem Sohn, dem Herzog von Reichſtadt, mit den Worten:„Mein Morgenwecker; es iſt derjenige Friedrichs des Zweiten, den ich mir in Potsdam aneignete.“ Siehe: Mémo- rial de St. Helene X. S. 104. Auch die Klingel vermachte Napoleon ſeinem Sohn zum Andenken. Ueber den Degen, den Napoleon mitgenommen, iſt viel geſtritten. Jedenfalls war es nicht der Degen, den Friedrich bis zu ſeinem Lebensende getragen. Dieſer ſteckte in einer ledernen Scheide, die an mehreren defecten Stellen mit Siegellack zuſammengeflickt war, weil Friedrich das we niger koſtſpielig fand, als ſie von dem Sattler ausflicken zu laſſen. Dieſen Degen, den eigentlichen Gebrauchsdegen Friedrichs, hatte der König mitge nommen, als er ſich im September 1806 mit der Königin in das Hauptquar tier begab, er nahm ihn mit auf ſeiner Flucht, brachte ihn auch von dort wieder heim. Er befand ſich ſpäter auf der Kunſtkammer von Berlin. Der Degen, welchen Napoleon entführte und der zum Staatsanzug des großen Königs gehörte, war ein Geſchenk Kaiſer Pauls von Rußland, bekanntlich einem glühenden Bewunderer Friedrichs. Blücher brachte dieſen Degen 1814 wieder aus Paris mit zurück. Siehe: Preuß, Friedrich der Große. IV. Seite 273.

ſtehen

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