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Und was bedeutet dieſes Bild hier? fragte Napoleon, auf einen Kupferſtich daneben deutend.
Sire, ſagte der Caſtellan verwirrt, das iſt ein Kupferſtich, welcher das Grabgewölbe des Königs darſtellt. Es gehört nicht hierher und iſt nur von mir hier vorläufig aufgeſtellt. Der Künſtler, welcher es gemacht hatte, ſandte dies Exemplar hierheg mit der Bitte, ihm in Sansſouci irgendwo eine Stelle zu gönnen, und ich hing es hier auf, bis der König anders darüber beſtimmen wird.
Aber was bedeutet denn dieſes Bild? fragte Napoleon, deſſen flammende Augen unverwandt auf einem andern Bilde ruhten. Da iſt der Sarg Friedrichs, daneben ſtehen zwei Männer in Uniform und eine ſchöne Frau, und alle Drei haben ſie in gar ſeltſamer und thea⸗ traliſcher Weiſe die Hand zum Schwur gehoben. Ach, ach, jetzt be⸗ greife ich, das iſt die Scene vom vorigen Jahr, die Scene, wie der Kaiſer Alexander am Grabe Friedrichs Abſchied nimmt von dem König und der Königin, mit ihnen den Bund ewiger Freundſchaft ſchließt und den Bund ewiger Feindſchaft gegen Frankreich beſchwört. Nicht wahr, das ſoll dies Bild darſtellen?
za, Sire, es iſt ſo, ſagte der Caſtellan ſchüchtern.
4 poleon rief mit einem Blitz ſeiner Augen ſeine Marſchälle zu ſich heran. Sehen Sie da, meine Herren, eine jener theatraliſchen Scenen, mit welchen man hier in Preußen gegen mich declamirte, während ich ſchwieg, aber gegen ſie rüſtete, ſagte Napoleon mit einem höhniſchen Lächeln. Wenn der König von Preußen die Schwüre, die er ſeinem Volke geleiſtet, nicht beſſer erfüllt, wie dieſen hier, ſo be⸗ klage ich ſein Volk; er aber iſt der Rache der Götter verfallen, welche darauf halten, daß die Menſchen ihre Schwüre erfüllen, oder von ihren Schwüren zerſchmettert werden! Kommen Sie, meine Herren, wir haben hier genug geſehen, wo Friedrich der Zweite lebte, jetzt wollen wir noch ihm einen letzten Beſuch in ſeiner Gruft machen. Wo ſteht der Sarg?
In Potsdam, Sire, in der Kirche dicht neben dem Schloß.
Es iſt gut! Kommen Sie, meine Herren! Und Sie, Herr Ca⸗ ſtellan, vergeſſen Sie nicht, daß der Traum des Königs ſich nicht ganz
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