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diente, um die aufwartenden Herren aus dem Vorzimmer und Nachts die Bedienten zu rufen.
Dieſe Klingel ſoll fortan in meinem Cabinet und auf meinem Schreibtiſch ſtehen, ſagte Napoleon. Herr Groß⸗Marſchall, ertheilen Sie Ordre, daß alle dieſe Dinge eingepackt und ſofort nach Paris geſandt werden, und fügen Sie zu dieſen Dingen hier noch die Uhr aus jenem Zimmer hinzü, die Uhr, welche dem großen König ſo treu geweſen, daß ſie bei ſeinem Tode ſtill geſtanden und für keinen Andern die Stunde hat angeben wollen. Ich werde ſie aufziehen, und für mich ſoll die Uhr Friedrichs des Großen wieder ihre Stunden ſchlagen. Führen Sie uns weiter, Herr Caſtellan.
Der alte Mann warf einen langen ſchwermuthsvollen Blick auf die verehrten Heiligthümer, welche man ihm entreißen wollte, und nahm mit einem ſchweren Seufzer von ihnen Abſchied. Dann geleitete er den Kaiſer weiter. Er zeigte ihm die Bibliothek, in welcher Fried⸗ rich während ſeiner letzten Lebensjahre alle Stunden, die ihm die Re⸗ gierungsgeſchäfte übrig gelaſſen, zugebracht hatte, keiner andern Ge⸗ ſellſchaft begehrend, als ſeiner Bücher; er führte ihn alsdann in die Zimmer, welche Voltaire bewohnt hatte, und ließ den Kaiſer ein Pa⸗ pier leſen, auf welchem der König Verſe geſchrieben, die Voltgi wit Randbemerkungen und Correcturen verſehen hatte.
Napoleon betrachtete Alles mit großer Theilnahme und Aufmerk⸗ ſamkeit, und ließ ſich dann in den langen und ſchönen Gang führen, in welchem Friedrich, begleitet von ſeinen Hunden, bei ſchlechtem Wetter
ſeine Promenade zu machen pflegte.
Die Wände dieſes Ganges waren geſchmückt mit allerlei Gemälden und Kupferſtichen, die indeß nicht alle der Lebenszeit des großen Kö⸗ nigs anzugehören ſchienen, denn man ſah da Bilder und Kupferſtiche, welche des Königs Sterbeſtunde und ſein einſames nächtliches Leichen⸗ begängniß darſtellten, und wieder Andere, welche die Scene behan⸗ delten, wie der junge König Friedrich Wilhelm der Zweite, an der Leiche ſeines großen Oheims ſtehend, mit Thränen in den Angen, die Hand auf das Haupt Friedrichs gelegt, ſchwört, ſeinem Volke ein guter und gerechter Herrſcher zu ſein.


